Besucherzählung im Nationalpark

19.10.2021 von Pressestelle in Kategorie: Nachrichten

Wie viele Besucherinnen und Besucher kommen eigentlich ein einem schönen Herbsttag in den Nationalpark, um zu wandern oder Rad zu fahren? Und welche Wege sind besonders beliebt, welche Wege sind eher ruhig und kaum besucht? Unter anderem diesen Fragen geht Dominik Rüede, Experte fürs Besuchermonitoring im Nationalpark Schwarzwald, nach. "Wir haben zwei Methoden, die sich ergänzen", sagt er. "Seit einigen Jahren haben wir nun schon ein Zählschrankennetz in Betrieb. Die Zählschranken sind an ausgewählten Punkten im Park montiert und ganzjährig aktiv. Sie registrieren vorbeilaufende oder fahrende Personen. Zusätzlich nutzen wir großflächige Erhebungen an ausgewählten Tagen."

So wie an einem schönen Herbsttag im Oktober 2021: Am vergangenen Sonntag wurden rund 70 freiwillige Zählende an etwa genauso vielen Punkten im Park verteilt und zählten sechs Stunden lang alle vorbeikommenden Besucherinnen und Besucher, sei es wandernd oder radfahrend. "Es hätte etwas wärmer sein können", meint eine dick eingepackte junge Frau, die einen Platz im schattigen Wald zugewiesen bekam - aber immerhin war bei ihr nicht viel los, da konnte sie Tee trinken und ein Buch lesen. Die Zählstellen an der Sonne boten da teilweise eine ganz andere Herausforderung: Auf den Grinden rund um den Schliffkopf beispielsweise war an diesem Herbsttag mit Inversionswetterlage - im Talb dicker Nebel, auf der Höhe strahlender Sonnenschein - reger Besuchsandrang. Der Mann, der hier am Steinmäuerle saß und zählte, kam kaum dazu, den Stift abzusetzen und selbst mal das Gesicht in die wärmende Herbstsonne zu halten.

"Es ist schon immer ein großer Aufwand, die ganzen Freiwilligen zu organisieren - aber wir als Freundeskreis übernehmen diese Aufgabe trotzdem gerne", sagt Hubert Reif vom Vorstand des Freundeskreises Nationalpark Schwarzwald e. V. "Es ist auch für uns interessant zu erfahren, wie der Nationalpark auf die Entwicklung der Besucherzahlen hier im Nordschwarzwald wirkt, schließlich lag er uns von Anfang an am Herzen. Wir haben vor der Gründung sehr engagiert dafür geworben, dass hier bei uns ein Nationalpark entstehen kann - jetzt unterstützen wir ihn weiter."

Mithilfe der tatkräftigen Unterstützung durch Freundeskreis und zahlreiche Freiwillige kann Dominik Rüede jedenfalls nach und nach immer genauere Aussagen über das Besucheraufkommen im Nationalpark Schwarzwald gewinnen. „Wir haben mittlerweile schon einige Datensätze sammeln können, die Methodik funktioniert. So können wir auch zukünftig konkrete Zahlen ermitteln, um langfristig feststellen zu können, wie die Zahlen sich entwickeln und wie sich auch die Besucherlenkung auswirkt“, erklärt der Leiter des Sachbereichs Regionale Entwicklung. Denn die Ergebnisse seiner Arbeit fließen – wie bei der Forschung im Nationalpark üblich – auch in die Praxis ein. Zum Beispiel in die Dienstpläne der Rangerinnen und Ranger. Auch für die Gestaltung der Angebote und der Infrastruktur, seien die Zahlen sehr hilfreich.

Weitere Informationen zur Forschung im Nationalpark finden Sie auf unserer Forschungs-Website.

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