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Eine Nacht im Trekkingcamp Erdbeerloch

03.09.2020 von Dennis Müller, Oliver Gewald in Kategorie: Blog
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Auf uns alleine gestellt, ohne Handyempfang, inmitten der wilden Natur. Was für ein Abenteuer! Ein Beitrag über einen Selbstversuch zweier Greenhorns in Sachen Camping.

Ein zunächst gewöhnlicher Montagabend im August. Für die nachfolgende Story machen wir uns von Offenburg aus auf den Weg in den Schwarzwald. Unser Vorhaben ist schnell erzählt: eine Nacht im Freien zelten und den Nationalpark-Slogan „Eine Spur wilder“ hautnah erleben. Dafür haben wir uns vorab über das offizielle Buchungsportal zwei Zeltplätze im Trekkingcamp Erdbeerloch nahe der Allerheiligen-Wasserfälle reserviert. Als wir gegen 18.30 Uhr Ortszeit mit dem PKW den idyllischen „Allerheiligen-Parkplatz Erdbeerloch“ an der Kreisstraße zwischen Ottenhöfen und Oppenau erreichen, wissen wir: Ab jetzt geht es nur noch zu Fuß weiter!

Der Aufstieg: doppelt laufen hält besser

Schnell wird klar: Das Abenteuer hat soeben begonnen. Denn unser Wagen ist pickepackevoll: Wurfzelte, Schlafsäcke, Isomatten, Sporttaschen samt Ersatzkleidung und Verpflegung sowie das Kamera-Equipment. Eben alles, was Greenhorn-Camper unbedingt brauchen. Das ist so viel Zeug, dass in uns die Erkenntnis reift, wir müssen die rund 100 Höhenmeter bis zum Camp wohl zweimal bewältigen … Mit dem Wissen von heute würden wir natürlich etwas leichter reisen. Aber wer sagt eigentlich, dass „wild sein“ nicht bereits bei der Anreise beginnt?

Zurück zur Szenerie: Wir marschieren nun, zunächst auf üblichen Wanderwegen, später über den ein oder anderen Brennnesselpfad, schnurstracks in Richtung der Zielkoordinaten unseres Camps. Dabei halten wir an der ein oder anderen dicht bewachsenen Stelle des Unterholzes gespannt Ausschau nach Kreuzottern und anderen gefährlichen Tieren. Nichts zu sehen – aber man kann ja nie wissen. Nach etwa 15 Minuten Marsch erreichen wir das Camp. Unser erster Eindruck: „Schön ist es hier, tolle Aussicht und viel frische Luft. Da hat sich der Aufstieg wirklich gelohnt!“ Ein Aufstieg, den wir nach einem fixen Abstieg zum Parkplatz, kurz darauf nochmals mit dem Restgepäck wiederholen. Geschafft!

Am Abend: erste Gefühle von Freiheit

Die letzten abendlichen Sonnenstrahlen von Westen schimmern inzwischen durch die Baumwipfel und ein laues Sommerlüftchen weht über das „Erdbeerloch“. Perfekt für die letzten Aufnahmen des Tages. Von Olis Kampf gegen die Tücken des „ach so simplen“ Wurfzelts bis zum gepflegten Kartenspiel beim Feierabendbier – wir lassen die Kamera einfach weiterlaufen. Ja, jetzt sind wir angekommen – und der Alltag ist buchstäblich meilenweit entfernt. Vielleicht ja auch, weil wir nach einer Ewigkeit mal wieder „offline“ sind. Wir fragen uns vor dem Schlafengehen: Ist das bereits die Bedeutung von „eine Spur wilder“? Nur ein paar Stunden später wird uns die Dunkelheit eindrucksvoll demonstrieren, dass hinter dem Slogan noch sooooooo (…) viel mehr steckt.

Die Nacht: im Einklang mit der Natur

Gehört ihr auch zu den Menschen, die manchmal zuhause beim Einschlafen Waldgeräusche auf dem Smartphone abspielen und denken „das klingt jetzt aber authentisch und echt“? Seit dieser Nacht wissen wir: die „echte“ Geräuschkulisse muss man live erlebt haben. Sie ist facettenreich, bietet Unerwartetes und ist zehnmal intensiver, als dies ein Smartphone jemals rüberbringen kann. Für uns als unerfahrene Camper ein akustisches Erlebnis, das uns zunächst so sehr fasziniert, dass wir nicht einschlafen können: Wind in den Baumkronen – mal leise, mal aufbrausend, Eulenlaute, Grillenzirpen, vereinzeltes Mäusepiepsen und immer mal wieder ein Rascheln … von wem wohl? Ein richtiges Waldorchester. Erst tief in der Nacht schlafen wir ein.

Am Morgen: Interview mit dem Ranger

Wie jetzt – die Nacht ist schon vorbei? Es ist 6.30 Uhr, als wir aus unseren Zelten krabbeln. Doch wir fühlen uns – trotz der kurzen Nacht – erstaunlich frisch und entspannt. Muss wohl an der glasklaren Höhenluft und dem gemächlich einsetzenden Vogelgesang liegen. Perfekte Bedingungen also für unser morgendliches Interview mit Nationalpark-Ranger Timo Pfaff, der uns die Bedeutung von Trekkingcamps für die Natur und Wildtiere erklärt. Was bei uns hängen bleibt: Beim Trekking geht es immer um die Balance. Einerseits Campern Orte zu bieten, an denen sie die Wildnis frei erleben können, andererseits sich als Mensch achtsam und ruhig zu verhalten und die Lebensräume der Tiere zu respektieren. Kurzum: „Eine Spur wilder“ erlebt man nur, wenn man sich selbst auch zurücknehmen kann. Unser Gefühl nach dem Dialog mit dem Ranger ist ein gutes. Denn wir finden, dass wir genau diese Erfahrung gemacht haben. Mission erfüllt. Stolz packen wir unsere Siebensachen und verlassen das Camp.

Zurück im Auto: ein kurzes Resümee

Wieder am Parkplatz im Tal angekommen, ist es Zeit für ein Fazit. Wir sind uns einig, dass wir durch die Nacht im Camp nun noch besser verstehen, was es mit „Eine Spur wilder“ auf sich hat. Unsere Zelte wurden zwar nicht, wie auf einigen Hinweisschildern im Lager zu lesen ist, von Lebensmittel suchenden Mäusen angeknabbert – und doch haben wir Eindrücke gewonnen, die bleiben. Von spannenden und teils unerklärlichen Waldgeräuschen in den späten Abendstunden, von äußerst lustigen Erlebnissen beim Zeltaufbau sowie der Erkenntnis, dass Trekkingcamps der ideale Raum für innere Ruhe und Entschleunigung sind. Es geht darum, die Natur Natur sein zu lassen und sie mit allen Sinnen zu genießen! Wild. Echt. Authentisch.

Übrigens: Vielleicht wird die seltene Spezies der „Greenhorns“ ja eines Tages wieder in einem der Nationalpark-Camps gesichtet. Wir halten euch im Blog gerne auf dem Laufenden!

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