Neu bestückt: Pflanzgarten Tonbachtal

15.11.2021 von Pressestelle in Kategorie: Nachrichten

Aktion im Tonbachtal: Nationalpark Schwarzwald und Verein schönes Tonbachtal setzen gemeinsam neue Waldbäume im historischen Pflanzgarten

Im Tonbachtal gibt es einige Attraktionen für Besucherinnen und Besucher - neben der Natur an sich. Besonders das Rotwildgehege und ein Themenpfad zur historischen Waldnutzung sind beliebte Ziele für Wanderungen in jeder Jahreszeit. Eine Station des Themenpfades wurde nun mit neuen Baumsetzlingen bestückt: Im sogenannten Pflanzgarten sind jetzt verschiedene, teils alte, regionaltypische, teils neuere Baumarten zu sehen, die auch im Klimawandel zunehmend an Bedeutung gewinnen könnten, wie Rotbuche, Hainbuche, Bergahorn, Roteiche, Douglasie, Traubeneiche, Stieleiche, Fichte, Weißtanne, Waldkiefer, Europäische Lärche, Eibe, Eberesche, Mehlbeere und Speierling.

Simone Beck, Leiterin des Fachbereichs 5 des Nationalparks Schwarzwald, hob in ihrer Begrüßung besonders auch die gute Zusammenarbeit mit dem Verein Schönes Tonbachtal e. V. hervor: "Wir sind dankbar für die gute Kooperation, die dem Tonbachtal gute Dienste leistet. Kooperationen wie diese tragen wesentlich zum Gelingen einer positiven Beziehung zwischen dem Nationalpark und den Bürgerinnen und Bürgern der Region bei." Und Tim Tschöpe, als Gebietsleiter unter anderem für das Tonbachtal zuständig, sagt: "Es ist einfach toll, dass sich die Mitglieder des Vereins im Ehrenamt so tatkräftig und leidenschaftlich für den Erhalt und die Pflege des Themenpfades und für das gesamte Tonbachtal einsetzen und mit einbringen!"

Hintergrund:

Der Baiersbronner Themenpfad im Tonbachtal heißt „Wilder Wald im Wandel“. Der Pfad verläuft sowohl innerhalb als auch außerhalb des Nationalparks und erklärt typische Waldnutzungen in früherer Zeit, wie Köhlerei, Flößerei, Harzerei. Auch beschreibt der Pfad das entbehrungsreiche Leben der armen Leute vom Tonbachtal. Eine Station ist der Pflanzgarten. Hier geht es um die sogenannten Kulturfrauen nach dem zweiten Weltkrieg: Der Krieg hatte unter anderem durch die Franzosenhiebe (Reparationsleistungen in Form von Holz an die Siegermächte) riesige Kahlhiebflächen hinterlassen. Ehemänner, Väter und Söhne waren gefallen oder in Gefangenschaft, nun bot der Forst den Frauen Arbeit. Für 50 Pfennig Stundenlohn säten Pflanzfrauen Baumsamen aus, zogen die Jungpflanzen auf und schleppten diese mit Werkzeug und Tagesverpflegung an die jeweiligen Pflanzorte, um wieder aufzuforsten. Den Pflanzfrauen war auch die Prägung auf der alten 50-Pfennig-Münze gewidmet.

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