Zum Autor

Pressestelle

Presseteam des Nationalpark Schwarzwald

Tel.: +49 (7449) 92998 - 14
pressestelle@nlp.bwl.de

Fortbildungen in der Wildnis

17.03.2020 von Pressestelle in Kategorie: Nachrichten
Zurück

Neue Ideen dürfen gerne Schule machen

Ob beim Kochen über dem Feuer, beim kreativen Schreiben, oder Gestalten einer wilder werdenden Schule – in einer Fortbildung beim Nationalpark Schwarzwald bekommen Lehrerinnen und Lehrer viele Ideen, um nachhaltiges Handeln in die Praxis zu bringen. „Unser Team versteht sich als Ideen- und Impulsgeber“, sagt Sebastian Schwab, Leiter der Natur- und Wildnisbildung im Nationalpark. Und zwar ebenfalls ganz praktisch: „Im Mittelpunkt unserer Fortbildungen stehen das Draußensein und Tun“, erklärt Schwab. Wer neugierig auf die Wildnis sei und sich von ihr berühren lasse, sei auch motiviert sie zu schützen. „In der schulnahen Natur können die Lehrerinnen und Lehrer diese Motivation dann an die Kinder und Jugendlichen weitergeben.“ Entsprechend einer Bildung zur Nachhaltigen Entwicklung (BNE) und konform zu den neuen Bildungsplänen aus 2016.

Wichtig ist dem Wildnisbildungsteam, Methoden weiterzugeben, die direkt auf den Schulalltag übertragen werden können. „Es ist bekannt, dass Menschen die eigenen Erfahrungen in der Natur als bedeutungsvoll einstufen, wenn sie reich an sinnlichen Wahrnehmungen sind“, erläutert Schwab. „Deshalb geht es darum, selbst aktiv zu sein, die Natur selbst zu sehen, hören, riechen und zu fühlen.“ So könnten auch komplexe Themen der Nachhaltigkeit wie der Erhalt der Biodiversität, Suffizienz oder Konsumverhalten anschaulich in der Wildnis des Waldes behandelt werden. „Eine fächerübergreifende Herangehensweise, der Bezug zum Bildungsplan, sowie praktisches Ausprobieren – das zeichnet alle unsere Fortbildungen im Jahr 2020 aus.“

Impulse für viele Schulfächer

Konkrete Ideen für die Fächer Kunst und Deutsch liefert beispielsweise die Fortbildung „Wildnis aus verschiedenen Perspektiven“.  „Die wilde Natur weckt Emotionen“, erklärt Marga Bahr, Wildnispädagogin des Nationalparks und Ansprechpartnerin dieser Veranstaltung. „Das kreative Schreiben inmitten der Natur, die Fotografie oder auch Farben drücken diese aus.“ Als abgeordneter Realschullehrer im Nationalpark hinterfragt Volker Hirsch in der Fortbildung „Feuerkochen“ den Wert von Nahrungsmitteln und reflektiert Konsum – beim Kochen über offenem Feuer mitten in der Natur. Diese Fortbildung eigne sich besonders für Lehrerinnen und Lehrer der Gemeinschaftskunde, Geographie und AES (Alltagskultur, Ernährung und Soziales), sagt Hirsch.

Uwe Kombartzky, ebenfalls abgeordneter Realschullehrer im Wildnisbildungsteam lädt zu der Fortbildung „Heimische Ökosysteme erfassen“ ein, in der er unter anderem zeigt, wie Schülerinnen und Schüler empirische Daten mit wissenschaftlichen Methoden erheben können. „Erst wenn Menschen die unterschiedlichen Ansprüche der Arten und ihre vielfältigen Wechselwirkungen im Ökosystem erfassen, können sie die Bedeutung von Biodiversität verstehen“, sagt er. Seine Fortbildung ist besonders für die Fächer Biologie und Chemie gedacht.

Die Fortbildung „Eine Spur wilder“ liefert Ideen, wie sich auch das schulische Umfeld ein Stück wilder gestalten lässt. Angelika Sellig, abgeordnete Gymnasiallehrerin, Andreas Twardon, abgeordneter Grundschullehrer, laden hierzu Lehrkräfte aus Biologie, Religion und Ethik ein. „Wir möchten den Wert des Ungenutzten vermitteln, damit kleine, dann bedeutende wilde Orte auch im Schulgarten oder auf dem Schulgelände entstehen“, verrät Twardon.

Hintergrund

Leitperspektive Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Den Unterricht so zu gestalten, dass Schülerinnen und Schüler lernen, Entscheidungen im Sinne der Nachhaltigkeit zu treffen – sinnvoll für eine zukunftsorientierte Wirtschaft, gerecht für die Gesellschaft, mit Respekt für kulturelle Vielfalt und verantwortungsbewusst zum Schutz der Umwelt – dazu fordert der Bildungsplan die Schulen seit 2016 auf. Die Leitperspektive BNE muss in Eigeninitiative umgesetzt werden. Dafür braucht es in möglichst allen Fächern passende Methoden und neue Unterrichtskonzepte.

Fortbildungen im Nationalpark im Mai und Juni 2020 (vorbehaltlich der aktuellen Entwicklungen zum Thema Corona-Virus)

-              Fortbildung „Wildnis aus verschiedenen Perspektiven“: 20. Mai, 9:30 bis 16:30 Uhr; Treffpunkt Nationalparkzentrum Ruhestein, Schwarzwaldhochstraße 2, 77889 Seebach. (TNr.: DPQMM)

-              Fortbildung „Feuerkochen“: 14. Mai, 9:30 bis 16:30 Uhr; Treffpunkt Nationalparkzentrum Ruhestein, Schwarzwaldhochstraße 2, 77889 Seebach. (TNr.: MNJEP)

-              Fortbildung „Heimische Ökosysteme erfassen“: 28. Mai, 9 bis 16 Uhr; Treffpunkt Else-Stolz-Heim, Unterer Plättig 4, 77815 Bühl. (TNr.: 58RQX)

-              Fortbildung „Eine Spur wilder“: 19. Mai, 9 bis 16 Uhr (TNr.: GDGL4) und 30. Juni, 14 bis 17 Uhr (TNr.: 7LDMJ); Treffpunkt Nationalparkzentrum Ruhestein, Schwarzwaldhochstraße 2, 77889 Seebach.

Veranstaltungsorte sind die Waldklassenzimmer und Naturcamps des Nationalparks Schwarzwald. Mitzubringen sind festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sowie Verpflegung. Eine Anmeldung erfolgt online über das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) in Karlsruhe, die Teilnehmerzahl liegt zwischen 15 bis 20 Lehrern je Fortbildung, Meldeschluss ist der 24. April 2020.


Die Fotos sowie das PDF der Pressemitteilung, die Sie unter folgenden Links herunterladen können, dürfen Sie gerne im Rahmen Ihrer Veröffentlichung zum Thema und mit Bildquellenangabe frei verwenden:

Foto 1 (JPG, 1.6 MB):  Feuerkochen. © Wildnisbildung Nationalpark Schwarzwald

Foto 2 (JPG, 1.7 MB):  Wildnis erleben. © Wildnisbildung Nationalpark Schwarzwald

Pressemitteilung (PDF, 0.5 MB):  Neue Lehrerfortbildungen am Nationalpark

Kommentare

Aktuell sind noch keine Kommentare vorhanden.

Hinterlasse uns einen Kommentar:

Verbleibende Zeichen: 600