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Neue Bewohner: Koniks halten Grinden frei

08.05.2020 von Pressestelle in Kategorie: Nachrichten
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Am zweiten Maiwochenende ziehen neue Bewohner in den Nationalpark Schwarzwald ein. Halbwilde Konikpferde werden helfen, die Bergheiden (Grinden) am Schliffkopf freizuhalten. "Pferde haben ein anderes Fressverhalten als Rinder. Dies führt zu einer noch größeren strukturellen Vielfalt auf den Weiden, die Lebensraum und Nahrung für gefährdete Tierarten wie Baumpieper, Neuntöter und Kreuzotter bieten", sagt Marc Förschler, Leiter der Abteilung Ökologisches Monitoring, Forschung und Artenschutz im Nationalpark. Sein Team wird die Auswirkungen auf Flora und Fauna genau dokumentieren.

Die Koniks gehören eigentlich dem Zoo Karlsruhe. Möglich wurde das Experiment auf einer ersten Versuchsweide durch eine Kooperation zwischen dem Zoo, dem Naturschutzprojekt Wilde Weiden Taubergießen und dem Nationalpark. Im Winter werden die Pferde künftig in den Auenwäldern des Naturschutzgebietes Taubergießen bei Kappel-Grafenhausen grasen - und im Sommer auf den Grinden im Nationalpark.

Das Konikpferd (polnisch „Pferdchen“) ist eine ursprüngliche Landrasse aus Polen. Das Stockmaß der robusten Ponys beträgt 130 – 140 Zentimeter. Die letzten Tarpane (Wildpferde) wurden vor der endgültigen Ausrottung in diese Rasse eingekreuzt. "Daher sind sie den ursprünglich auch im Schwarzwald lebenden Wildpferden sehr ähnlich", sagt Förschler. Er rechnet damit, dass die neuen Weidetiere die Artenvielfalt im Nationalpark fördern. "Weidetiere fressen zeitversetzt, denn nicht alle Pflanzen sind gleich beliebt - wir bekommen so auf den Grinden unterschiedliche Strukturen und auch eine Verzahnung von Offenland und Wald", erklärt er. Um die Tiere nicht zu gefährden, bittet Förschler dringend darum, sich auch hier an die üblichen Nationalparkregeln zu halten: "Die Pferde nicht füttern, die Weide nicht betreten, Abstand zu den Tieren halten, keinen Müll hinterlassen und Hunde an die Leine nehmen."