Trockene Buchen - zwei Erlebnispfade gesperrt

13.04.2022 von Pressestelle in Kategorie: Alle Beiträge, Nachrichten

Trockenheit und Fäulnis lassen Bäume zu Gefahrenquellen werden - Wildnis- und Luchspfad voraussichtlich bis Ende Mai geschlossen

 

Rund 50 Buchen am Luchs- und Wildnispfad haben die Prüfung zum Saisonbeginn leider nicht bestanden. „Sie haben extreme Trockenschäden, vor allem in den Kronen (wir Fachleute sprechen hier auch von Zopftrocknis), und können damit gefährlich werden - für unsere Gäste und auch unser Team“, sagt Simone Beck, die den Fachbereich Wald- und Naturschutz im Nationalpark Schwarzwald leitet. Jedes Jahr nach dem Winter untersuchen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Wege im Großschutzgebiet besonders sorgfältig, schauen beispielsweise, ob Bäume morsch geworden sind oder Wege versperren und ob Geländer ausgebessert werden müssen.

 

„Bei Buchen mit extrem starken Trockenschäden können Äste ohne Vorwarnung aus der Krone brechen, die Bäume sterben von der Spitze her ab. Wir mussten hier einfach schnell handeln“, erklärt Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl. Natürlich sei die Entscheidung schwergefallen, weil es eben immer eine Gratwanderung bleibe zwischen dem Zulassen von Wildnis, zu der natürlich auch sterbende und tote Bäume gehörten, und dem Bemühen, das Erleben dieser Wildnis für Gäste möglichst sicher zu machen. „Das ist ein gewisser Widerspruch, dem wir uns durchaus bewusst sind und der auch nicht aufzulösen ist. Da die Erlebnispfade aber besonders für Kinder, Jugendliche und Familien konzipiert wurden, hat die Sicherheit in diesem Fall klar Vorrang. Auf solchen Themenpfaden gilt eine besondere Verkehrssicherungspflicht“, sagt die Forstwissenschaftlerin.

 

Wo Baumkletterer zum Einsatz kommen können, werden sie das Totholz aus der Krone entfernen. Ist auch dies zu gefährlich oder sind die Bäume nicht mehr zu retten, sollen diese mit Seilwinden umgezogen oder gefällt werden – sie bleiben aber als Totholz im Wald. Auch den Artenschutz hat Simone Beck mit ihrem Team genau im Blick: „Jeder Baum wird vor der Maßnahme von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einzeln geprüft, wir schauen ob aktuell Nester oder Bruthöhlen am Baum belegt oder besondere Pilze da sind – und wir suchen dann passende Lösungen.“

 

Natürlich gilt auch nach der Wiederöffnung im Juni immer und überall im Wald: aufpassen und auf den ausgewiesenen Wegen bleiben. Nicht nur zum Schutz der Tiere, Pflanzen und Pilze – auch zur eigenen Sicherheit. „Denn abseits der Wege endet die Gratwanderung, hier ist ganz klar, dass im Nationalpark wirklich die Natur Regie führt, mit allen Unwägbarkeiten, die dazugehören“, sagt Thomas Waldenspuhl.

   

Hintergrund

Auf speziellen Themenpfaden gilt eine besondere Verkehrssicherungspflicht. Bei sonstigen Wegen im Wald – nicht nur im Nationalpark – muss jede Besucherin und jeder Besucher mit den normalen Gefahren eines Waldes rechnen und ist selbst verantwortlich für seine bzw. ihre Sicherheit. Eine besondere Verkehrssicherungspflicht des Waldeigentümers gilt hier nicht.

 


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