Neuer Kurs: Wolfgang Schlund zieht es vom Wald aufs Meer

12.03.2021 von Pressestelle in Kategorie: Blog

Ein persönliches Resümee

Es war spannend, berührend und manchmal auch nervenaufreibend. Oft ein Kraftakt und immer eine Herzensangelegenheit: Ich durfte als einer der beiden Leiter den ersten Nationalpark Baden-Württembergs mit aufbauen. Dafür bin ich sehr dankbar. Und jetzt gehe ich, um mir einen großen persönlichen Traum zu erfüllen und segelnd noch mehr von unserer wunderschönen Welt zu erkunden. Meine Gedanken werden aber immer mit diesem ganz besonderen Naturschutzprojekt im Nordschwarzwald verbunden bleiben.

Warum ganz besonders? Natürlich sind für einen Nationalpark erst ein paar Wimpernschläge vergangen – die Natur entwickelt sich in sehr großen Zeiträumen. Nüchtern betrachtet sind es auch nur 10.000 Hektar Schwarzwald, 0,3 Prozent der Landesfläche, in der die Natur den strengsten Schutz genießt, den wir ihr verwaltungstechnisch zu Teil werden lassen können. Eine im internationalen Vergleich sehr kleine Schutzgebietsfläche ohne spektakuläre Tierwelt, die sich in einer der dichtest besiedelten Regionen Europas gegen wirtschaftliche Interessen und den Strom von Erholungssuchenden behaupten muss.

Mehr nicht? Ich denke doch. Viel mehr. Der Nationalpark mit seinem Credo „Natur Natur sein lassen“ bietet uns die Chance zu erfahren, welches Potential, welche Vielfalt urwüchsige Natur in sich trägt. Das Schutzgebiet gibt uns wieder Vertrauen in die immense und heilende Kraft der Schöpfung und vielleicht auch die Zuversicht, dass die Spezies Mensch zutiefst mit dieser Natur verbunden ist und nur mit ihr zusammen eine dauerhafte, lebenswerte Zukunft hat.

Der Nationalpark ist Teil eines weltumspannenden Netzes von Schutzgebieten, das in seiner Gesamtheit für unsere Kinder und Kindeskinder von größter Wichtigkeit ist. Unser Planet ist das beste und schönste, was es für uns Menschen gibt – und vor allem der einzige, den wir zum Leben haben. Ihn und seine Natur zu schützen, auch hier auf 10.000 Hektar im Schwarzwald, bedeutet, uns selbst zu schützen.

Ich bin dankbar für jeden Tag, an dem ich mich für dieses Projekt engagieren durfte. Jedes graue oder fehlende Haar hat sich gelohnt. Ich würde es genauso wieder machen! Und ich bin sicher: Der Nationalpark hat inzwischen auch den Weg in viele Herzen der Region gefunden und wird es schaffen, noch viele weitere Menschen vom Wert der Natur zu überzeugen.

 

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