Totholz macht den Garten lebendig: der Totholzzaun

14.12.2020 von Team Wildnisbildung in Kategorie: WibiDigi

Nutzen, was im Garten ist

Im Herbst und Winter fällt in jedem Garten eine Menge Schnittgut an: Dicke Äste von Bäumen, die zu viel Schatten werfen, dünnere Äste von Sträuchern, die abgeschnitten werden müssen und kleine Ästchen von der Hainbuchenhecke, die den Garten umgibt. Eine Menge Arbeit könnt ihr euch sparen, wenn ihr dieses wertvolle Material nicht mühsam zur Grünschnittsammelstelle fahrt, sondern direkt im Garten verwendet.

Wie? Ihr schichtet das Material einfach zu einem wertvollen Lebensraum für viele Gartenmitbewohner, zu einem 'Totholzzaun' auf. Der Zaun muss nicht unbedingt wirklich am Gartenrand aufgebaut werden. Nein, er kann auch inmitten des Gartens als Trennelement für ein lauschiges Plätzchen dienen.

Was ist zu tun?

Man schlägt zwei Reihen dicke Pfähle in den Boden. So viele, bis die gewünschte Länge des Zauns erreicht ist. Die Pfähle kann man im gewünschten Abstand setzen - die Breite des Zauns sollte allerdings mindestens 80 Zentimeter betragen. Je breiter der Zaun werden kann, umso besser.

Nun legt man die dicksten Äste parallel zueinander auf den Boden zwischen die Pfahlreihen und schichtet nach und nach das dünnere Material darüber. So entstehen möglichst viele Hohlräume. Immer wieder im Jahresverlauf, spätestens im kommenden Herbst oder Winter, kann man weitere Äste darauf schichten, weil das Material im Jahresverlauf zusammensackt. Praktisch, oder?

 

Und welche Gartenmitbewohner werden den „Totholzzaun“ gerne besuchen?

Zaunkönig und Rotkehlchen finden hier Verstecke und Nahrung. Der Igel nutzt den 'Totholzzaun' gerne als Tagesquartier. Asseln, Spinnen und Ohrwürmer, ja sogar die inzwischen seltener gewordenen Weinbergschnecken mit ihren schönen Häuschen sind bald reichlich anzutreffen.

Im Holzmulm, der unten nach einiger Zeit entsteht, leben Insektenlarven, vielleicht sogar die des grünschillernden Rosenkäfers. Entlang des Zaunes stören auch Brennnesseln nicht. Sie dienen als Futter für die Raupen von Schmetterlingen wie dem Admiral und dem Tagpfauenauge.

Totholz macht den Garten lebendig. Viel Freude beim Anlegen und Beobachten!

Weitere Tipps: Wie ihr im Winter in eurem Garten Lebensräume für Tiere schaffen könnt

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Zum Autor

Team Wildnisbildung

Begeistert im Nationalpark für Wildnis – und bloggt für euch, um Eindrücke aus dem Nationalpark zu euch nach Hause und Anregungen in euren Alltag zu bringen.

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