Barrieren im Nationalpark: Austausch zu neuen Ideen

06.05.2022 von Pressestelle in Kategorie: Nachrichten

Landesbeauftragte Simone Fischer besuchte am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung für Menschen mit Behinderung das Nationalparkzentrum

 

Einen vollständig barrierefreien Nationalpark kann es naturgemäß nicht geben. „Aber wir als Nationalparkverwaltung haben den sehr klaren Anspruch, jede Barriere nicht als unumstößliches Hindernis zu sehen, sondern als eine Aufforderung an uns, neue Wege zu suchen oder auch neu zu denken“, sagte Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl beim gestrigen Treffen mit der Landesbeauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung, Simone Fischer, im Nationalpark.

 

Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai besuchte Simone Fischer das neue Nationalparkzentrum am Ruhestein – und zeigte sich angetan von den dortigen Gegebenheiten. Die Ausstellung zu Wald und Wildnis ist nicht nur für bewegungseingeschränkte Gäste mit Gehhilfen oder Rollstühlen komplett erlebbar, sie ist auch in deutscher Gebärdensprache übersetzt. „Ich habe wirklich den Eindruck, dass der Nationalpark das Thema ernst nimmt und sehr bemüht ist, möglichst viele Barrieren abzubauen“, sagte Fischer. Auch die spezielle Kennzeichnung barrierefreier Veranstaltungen im Jahresprogramm, das Angebot, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und das vielfältige Bildungsprogramm für inklusiv arbeitende Schulen und solche mit Förderschwerpunkten, seien hierfür gute Beispiele.

 

„Wir freuen uns, dass sich der Nationalpark schon sehr frühzeitig um Naturerlebnisse für Menschen mit Behinderungen eingesetzt hat“, ergänzt Anita Diebold, kommunale Behindertenbeauftragte im Ortenaukreis, im Namen ihrer Kolleginnen und Kollegen aus der Nationalparkregion. „Naturerlebnisse müssen für Menschen mit und ohne Behinderungen selbstverständlich werden. Dazu trägt der Nationalpark mit seinen vielfältigen Angeboten in hohem Maße bei. Hier wird Inklusion bei der Ausarbeitung von Angeboten von Anfang an mitgedacht.“

 

Der Nationalpark sei sehr daran interessiert, weiter Barrieren abzubauen und sich gemeinsam mit der Landesbeauftragten und den kommunalen Beauftragten für eine inklusive Gesellschaft einzusetzen, betonte Svenja Fox, die das Wildnisbildungsteam im Nationalpark sowie die Arbeitsgruppe Inklusion leitet und selbst Führungen in deutscher Gebärdensprache anbietet. „Ein großes Anliegen ist es uns beispielsweise, bei Anbieterinnen und Anbietern in der Region dafür zu werben, Barrieren im öffentlichen Nahverkehr abzubauen. Denn die Anreise in den Nationalpark kann für Menschen mit Behinderungen immer noch ein sehr großes Hindernis sein“, sagte Fox. Da konnte Fischer nur zustimmen: „Nicht umsonst lautet das Motto unseres diesjährigen Aktionstages: Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel.“

 

Hintergrund

Am 5. Mai finden bundesweit Aktionen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Das diesjährige Motto „Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel“ rückt speziell die individuelle Mobilität in den Fokus; Barrieren, die Menschen mit Behinderung auch von gesellschaftlicher Teilhabe abhalten. Die Aktion Mensch möchte die Teilhabechancen für Menschen mit Behinderung spürbar verbessern und unterstützt die Aktivitäten zum Protesttag. Sie koordiniert das Engagement und stellt Förder- sowie Aktionsmittel zur Verfügung. Wo und wann (digitale) Angebote und Veranstaltungen in ihrer Stadt stattfinden, erfahren Interessierte einfach und schnell unter www.aktion-mensch.de/5mai. Unter den Hashtags #5Mai und #OrteFürAlle können alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Engagement rund um den Aktionstag in den sozialen Netzwerken mit anderen teilen.

 


Die Pressemitteilung als PDF zum Herunterladen: PM vom 06.05.2022: Barrieren im Nationalpark - Austausch zu Lösungswegen und neuen Ideen 

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