Landschaftspfleger auf vier Hufen: Die Koniks sind zurück auf den Grinden
Bis Ende November verrichten die Weidentiere eine wichtige Aufgabe im Nationalpark
Ihr Einsatz hilft dabei, die einzigartige Grindenlandschaft zu erhalten – und bringt gleichzeitig viel Freude für die Besucherinnen und Besucher des Nationalparks. Nach einer Winterpause im Naturschutzgebiet Talebuckel bei Offenburg-Rammersweier grasen die Koniks seit Anfang Mai wieder auf den Grinden.
Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit dem Zoo Karlsruhe verbringen die Weidetiere bereits seit 2020 die wärmeren Monate im Nationalpark. Mit ihrer Lebensweise und Ernährung helfen die Pferde mit, die traditionellen Bergweiden im Naturschutzgebiet von Vegetation frei zu halten. Die bereits im Mittelalter angelegten Bergheiden werden seit Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr landwirtschaftlich genutzt und drohen sonst zuzuwachsen.
Seit die Koniks da sind, hat auch die Artenvielfalt auf den Grinden erkennbar zugenommen. „Wir merken die Auswirkungen unserer Weidetiere an der Zunahme der Biodiversität: Es gibt mehr Rote-Liste-Arten und auch Arten, die es vorher nicht gab“, sagt Thomas Gamio, der im Nationalpark unter anderem für die Weidetierhaltung zuständig ist und die Koniks betreut.
Auf Pferdeweiden wird das Gras besonders kurz – und genau das macht den Unterschied. Die kurz abgefressenen Flächen werden zu begehrten Kleinst-Lebensräumen für Vögel und Insekten, die auf dem Boden jagen. „Wenn die Pferde am Ende der Saison einen sogenannten Golfrasen hinterlassen, sind unsere Biologen glücklich – und ich stolz auf unsere Tiere“, sagt Gamio.
Mittlerweile gibt es zwei Herden mit 21 Tieren im Nationalparkgebiet – an den Standorten Zollstock/Hilseneck sowie am Schurkopf in der Nähe des Schliffkopfs. Je nach Wetterbedingungen bleiben die Koniks bis Ende November auf den Grinden.
Hintergrund
Das Konikpferd ist eine ursprüngliche Landrasse aus Polen. Das Stockmaß der robusten Ponys beträgt 130 bis 140 Zentimeter. Die letzten Tarpane (Wildpferde) wurden vor der endgültigen Ausrottung in diese Rasse eingekreuzt. Daher sind die Koniks den ursprünglich bei uns lebenden Wildpferden sehr ähnlich. Typische Merkmale der Koniks sind die mausgraue Färbung, die dunkle Mähne – meist mit Aalstrich – und die Zebrastreifen an den Fesseln. Aufgrund ihrer Robustheit und Genügsamkeit wurden sie ab den 1990er Jahren zunehmend in großen Beweidungs- und Wildnisprojekten eingesetzt.
Die Pressemitteilung vom 27. Mai 2026 als PDF zum Herunterladen: Die Koniks sind zurück auf den Grinden (PDF, 0.2 MB)
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Foto 1: Ab Anfang Mai grasen die Koniks wieder auf den Grinden im Nationalpark. © Daniel Müller (Nationalpark Schwarzwald) (JPG, 3,7 MB)
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Foto 2: Seit die Koniks da sind, hat auch die Artenvielfalt auf den Grinden erkennbar zugenommen. © Daniel Müller (Nationalpark Schwarzwald) (JPG, 1,8 MB)
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Foto 3: Das Konikpferd ist eine ursprüngliche Landrasse aus Polen. © Daniel Müller (Nationalpark Schwarzwald) (2,1 MB)
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