Neue Wechselausstellung schlägt Brücke zu den brasilianischen Regenwäldern
Zoologische Gesellschaft Frankfurt unterstützt Partnerpark im Amazonas / Tipps auch zu eigenem Einfluss auf den Waldschutz
Sie schlägt eine kleine Brücke – von Europa nach Südamerika, vom Schwarz- in den Regenwald, von einem Nationalpark in zwei Partnerparks: die neue Wechselausstellung „Grüne Schatzkammern Brasiliens – Tropische Vielfalt im Schutz der Nationalparke“, die gestern im Nationalparkzentrum Ruhestein eröffnet wurde. Großformatige Bilder geben Einblicke in die amazonischen Regenwälder, die auch als Klimaanlage der Erde gelten. Auf der Weltklimakonferenz Ende November in Rio de Janeiro hatte Umweltministerin Thekla Walker die Kooperationsvereinbarungen mit den beiden Schutzgebieten in Brasilien unterzeichnet.
„Ein Nationalpark allein kann die Artenvielfalt, wie wir sie auf unserer Erde brauchen, nicht retten. Entscheidend für den Schutz der Biodiversität und den Erfolg der Arbeit ist daher ein starkes Netz aus Schutzgebieten, die zusammenarbeiten“, sagt Nationalparkleiterin Britta Böhr. Sie war selbst mit in Brasilien und konnte dort erste wichtige Kontakte knüpfen und gemeinsam mit ihnen die Agenda für die nächsten fünf Jahre festlegen. „Wir werden uns zum Beispiel intensiver zum Thema Waldbrandbekämpfung austauschen – da haben die Kollegen in Brasilien schon deutlich mehr Erfahrung als wir“, berichtet Simone Stübner, die die internationalen Partnerschaften im Nationalpark Schwarzwald koordiniert.
Eine wichtige Aufgabe der Partnerschaft ist auch die Netzwerkarbeit. „Da ist es für uns besonders schön, dass das in diesem Fall so schnell gelungen ist“, sagt Britta Böhr. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt hat den Partnerpark Pico da Neblina in ihr Förderprogramm aufgenommen. Der Parque Nacional do Pico da Neblina wurde am 5. Juni 1979 gegründet und schützt eine der wildesten und entlegensten Regionen des brasilianischen Amazonas. Mit rund 2,25 Millionen Hektar ist er einer der größten Nationalparks des Landes und erstreckt sich im Bundesstaat Amazonas entlang der Grenze zu Venezuela. „Die Regenwälder Amazoniens sind die Grundlage für den Erhalt unseres Klimas, auch in Deutschland. Ihre Entwaldung schreitet durch Brandrodung und Goldabbau dramatisch voran, der Klimawandel wirkt verschärfend. Wir müssen die Entwaldung sofort stoppen. Ohne diese Wälder ist unsere Welt, wie wir sie kennen, ganz grundsätzlich in Gefahr“, sagt Christof Schenck, Leiter der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, der die Ausstellung im Nationalparkzentrum mit eröffnete. „Wir sind hoch motiviert, Schutzgebiete in Brasilien zu unterstützen, und arbeiten dazu eng mit der brasilianischen Schutzgebietsbehörde Institut Chico Mendes (ICMBio) und den lokalen Gemeinden zusammen“, erklärt er.
Die Wechselausstellung, die kostenfrei besucht werden kann, liefert neben visuellen Einblicken auch viel Hintergrundwissen über die Bedeutung der brasilianischen Wälder für das gesamte Weltklima. „Und wir geben auch Tipps, wie jede und jeder sein eigenes Konsumverhalten verbessern kann – um hier auch selbst einen konkreten Beitrag zu leisten“, sagt Simone Stübner.
Hintergrund
Parque Nacional do Itatiaia – Brasilien
Der Parque Nacional do Itatiaia wurde am 14. Juni 1937 gegründet und ist damit der älteste Nationalpark Brasiliens. Er liegt im Südosten des Landes zwischen den Städten Rio de Janeiro und São Paulo in der Serra da Mantiqueira und erstreckt sich über rund 300 km² geschützte Fläche. Die Landschaft ist geprägt von Bergen, Wasserfällen und dem dichten, tropischen Atlantischen Regenwald. Die Höhen reichen von etwa 540 Metern bis fast 2 800 Metern am Pico das Agulhas Negras, einem der höchsten Gipfel Brasiliens.
Itatiaia beherbergt eine außerordentliche biologische Vielfalt mit hunderten Pflanzenarten, Orchideen, Bromelien und über 350 Vogelarten sowie Säugetieren und Reptilien.
Parque Nacional do Pico da Neblina – Brasilien
Der Parque Nacional do Pico da Neblina im Amazonas wurde am 5. Juni 1979 gegründet und ist einer der größten Nationalparks des Landes. Sein Name leitet sich vom Pico da Neblina ab, dem höchsten Berg Brasiliens mit fast 3 000 Metern Höhe. Die abwechslungsreichen Landschaften reichen von tiefliegenden Regenwäldern bis zu nebelverhangenen Bergwäldern.
Der Park zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Artenvielfalt aus und ist Lebensraum für Jaguare, Tapire, Affen, bunte Papageien und seltene Orchideen. Die isolierte Lage und schwierige Zugänglichkeit haben zur Erhaltung nahezu unberührter Ökosysteme beigetragen. Außerdem überlappt der Park teilweise mit indigenen Territorien, was besondere ökologische und kulturelle Schutzaspekte mit sich bringt.
Weitere Informationen zur Wechselausstellung finden Sie hier auf unserer Webseite.
Die Pressemitteilung vom 20. März 2026 als PDF zum Herunterladen: Neue Wechselausstellung schlägt Brücke zu den brasilianischen Regenwäldern (PDF, 0.3 MB)
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Foto 5: Eröffnung der neuen Wechselausstellung © Daniel Müller (Nationalpark Schwarzwald) (JPG, 5 MB)
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