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Grindenfest 2018: Ein einzigartiges Biotop stellt sich vor

Warzenbeißer ©Walter Finkbeiner (Nationalpark Schwarzwald)
09.08.2018

Am 18. und 19. August kann die charakteristische, waldfreie Grindenlandschaft rund um den Schliffkopf erkundet werden.

Warzenbeißer! Rasenbinse! Gebirgsschrecke! Das ist keine Litanei an Schimpfwörtern – sondern Arten, die im Nationalpark nur an sehr wenigen Stellen zu finden sind: auf den sogenannten Grinden, den waldfreien Bergheiden auf den Höhen des Nordschwarzwaldes. Diese Gebiete sind wild und von rauer Schönheit – mit Latschenkiefern, Beersträuchern und Besenheide erinnern die Grinden ein wenig an skandinavische Landschaften.

„Die Grindenfläche umfasst derzeit etwa zwei Prozent der gesamten Fläche des Nationalparks und soll dauerhaft auf drei Prozent erweitert werden“, erklärt Marc Förschler, Leiter des Fachbereichs Ökologisches Monitoring, Forschung und Artenschutz. Von dieser Erweiterung werden viele Arten profitieren, die ansonsten für den Nordschwarzwald untypisch sind, wie eben jener Warzenbeißer, die Rasenbinse und die Alpine Gebirgsschrecke, aber beispielsweise auch die Rauschbeere, verschiedene Tag- und Nachtfalter, der Schweizer Löwenzahn oder speziell angepasste Laufkäfer – und natürlich auch die sich von den Insekten und Pflanzen wiederum ernährenden Vogelarten.

Das charakteristische Biotop hat einen Großteil seiner Entstehung menschlichen Tuns zu verdanken. Schon im 14. Jahrhundert wurden die Hochlagen von den Bauern aus den Gemeinden der Täler gerodet und beweidet. Das Zusammenspiel aus Beweidung und Brandrodung, hohen Niederschlägen und Buntsandstein als geologischem Untergrund hat diesen ursprünglich untypischen, heutzutage aber charakteristischen Lebensraum in der ansonsten dicht bewaldeten Region geschaffen. Um das Jahr 1800 herum umfassten die waldfreien Hochflächen rund 2.000 Hektar – etwa das Zehnfache der heutigen Fläche.

Der besondere Lebensraum mit seinen teilweise nur hier vorkommenden Arten liegt in der Managementzone des Nationalparks. Hier kann der Mensch, wenn notwendig, langfristig noch eingreifen. „Um das besondere ökologische System auf den Grinden erhalten zu können, spielen die Weidetiere auch heute wieder eine große Rolle zur Offenhaltung der Landschaft“, so Förschler. Die tierischen Helfer leisten nicht nur wichtige und wertvolle Arbeit – sie sind im Sommerhalbjahr zudem ein Hingucker für Besucherinnen und Besucher des Nationalparks: Die Heckrinder und Langhaarziegen von Sascha Hummel, die Hinterwälder Rinder von Gerold Wein und die Schafe von Ute Svensson sind beliebte (und geduldige) Bildmotive.  

Um die Grinden in der Öffentlichkeit ins Rampenlicht zu rücken, laden die Grindenbeweider, das Nationalpark-Hotel Schliffkopf und die Nationalparkverwaltung auch in diesem Jahr wieder zum traditionellen Grindenfest ein. Hier können sich Besucherinnen und Besucher über die besonderen Biotope des Nordschwarzwalds informieren, den Weidetieren bei ihrer (Fraß-) Arbeit zusehen oder auch auf dem kleinen Bauernmarkt Bauernspezialitäten, Säfte, Marmelade, Getöpfertes, Gefilztes und Gedrechseltes aus der Region entdecken. Auch ein buntes Kinderprogramm rund um das Thema Tiere und Natur gibt es hier.

 

Grindenfest 2018
Hinweis:                         Veranstaltung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen/ Kinderwagen. 
                                      Individuelle Bedürfnisse bitte vorher abklären.
Treffpunkt:                     rund ums Nationalpark-Hotel Schliffkopf
Termin:                          Samstag, 18. August, 12 – 18 Uhr
                                      Sonntag, 19. August, 11 – 17 Uhr
                                      (ökumenischer Gottesdienst um 10.45 Uhr auf dem Schliffkopfgipfel)
Teilnehmer:                   alle Interessierten
Anmeldung:                   nicht erforderlich
Hinweis zur Anreise:     Da erfahrungsgemäß die Parkplätze beim Schliffkopf und an der Schwarzwaldhochstraße knapp werden können, empfiehlt es sich, das Grindenfest als Wanderer, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln (www.efa-bw.de) zu besuchen.








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