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Nationalpark Schwarzwald
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Marktplatz zum Nationalparkplan rege genutzt

Rednerpult beim Marktplatz Baden-Baden am 13. Juni 2018 ©Franziska Schick (Nationalpark Schwarzwald)
14.06.2018

Was ist der Nationalparkplan? Aus welchen Modulen ist er aufgebaut? Was wird in diesen festgelegt und wann werden die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt? Diese und viele weitere Fragen konnten rund 60 interessierte Besucherinnen und Besucher am 13. Juni auf einem offenen Marktplatz im Löwensaal in Baden-Baden loswerden. Antworten gab es direkt vom Nationalparkteam. Eine Gelegenheit, die rege genutzt wurde.

"Wenn Sie heute die Besucher unserer Stadt fragen, was für sie zu Baden-Baden gehört, dann fallen den meisten sicherlich das Festspielhaus oder das Casino ein. Dass aber auch der Nationalpark ein Teil dieser Stadt ist, ist vielen noch nicht bewusst. Und doch ist es so, und da sind wir stolz drauf, dass ein großer Teil unseres Stadtwaldes zum Nationalpark gehört. Zu 80 Prozent gehört unser Wald sogar zur am stärksten geschützten Kernzone - und damit zu dem Teil des Parks, der wieder zu echter, unberührter Wildnis werden soll." So begrüßte Oberbürgermeisterin Margret Mergen die Gäste beim offenen Marktplatz zum Nationalparkplan in Baden-Baden. Und Nora Waggershauser, die Tourismuschefin der Kurstadt, ergänzte: "Zwar können wir noch nicht ablesen, wie viele Besucher auch oder gerade wegen des Nationalparks zu uns kommen und bei uns übernachten, aber die Nachfrage von in- und ausländischen Touristen nach Naturerlebnissen steigt ganz generell an, auch bei uns."

Und weil der Nationalpark zur Stadt gehöre und Natur eine immer größere Rolle im Leben der Menschen spiele, so die Oberbürgermeisterin, habe sie sich gewünscht, dass in Baden-Baden eine Informationsveranstaltung zum Nationalpark und zum Nationalparkplan stattfinde."Es kann ja sein, dass aus unserer Bäder- und Kurstadt im Zuge der neuen Nachfrage nach Natur irgendwann eine Waldbäder-Stadt wird", weist die Stadtoberste auf die Ansätze hin, das sogenannte Waldbaden auch als Therapieform zu erforschen. Die wohltuende Wirkung eines Waldspaziergangs sei schließlich jedem bekannt, der im Schwarzwald groß geworden sei - als Waldbad werde das nun ein Trend für Gäste.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nationalparks standen für alle Fragen Rede und Antwort. Egal, ob es um Wissenschaft, Forst oder die touristischen Aspekte ging: von dieser Möglichkeit, sich direkt und persönlich informieren zu können, machten die Gäste auch regen Gebrauch. Ganz besonders interessierte viele das bis Ende des Jahres entstehende Verkehrskonzept für den Nordschwarzwald. "Der Nationalpark versteht sich nicht als Insel, sondern als ein Teil inmitten der Region", erklärte Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl. Der Nationalpark sei zwar der Grund dafür, dass jetzt ein neues Konzept erarbeitet und umgesetzt werde. Nutzen solle es langfristig aber allen Anrainern bringen, die auf eine gute Verkehrsinfrastruktur angewiesen sind. Und Nationalparkleiter Wolfgang Schlund betonte: "Der Nationalpark kann nicht alles allein, wir brauchen die Partner der Region. Jetzt haben wir die Chance, das System zu verbessern - für uns und die einheimische Bevölkerung."

Eine weiterer großer Baustein, für den eine positive Zusammenarbeit zwischen Nationalpark und Region entscheidend ist, ist die Entwicklung des Wildtiermanagement-Moduls. "Der Nationalpark unterliegt in seiner Kernzone dem Prozessschutz. Prozessschutz bedeutet nichts anderes, als Natur Natur sein zu lassen - unabhängig davon, ob es dem Menschen gefällt oder nicht", so Friedrich Burghardt, Wildtiermanager im Forstfachbereich des Nationalparks Schwarzwald. Deshalb möchte der Nationalpark Schwarzwald gemeinsam mit den Anrainern einen Weg finden, die kontrollierende Jagd in der Kernzone nach und nach abzuschaffen, die zum Schutze der angrenzenden Wirtschaftswälder nach wie vor zu den Pflichten des Nationalparks gehört - wie in jedem anderen Nationalpark Deutschlands auch.

"Wenn wir es schaffen, das Modul so umzusetzen, hätten wir das erste wirklich jagdfreie Gebiet in Deutschland. Baden-Württemberg hätte die Chance, hier etwas Einzigartiges zu schaffen!", betonte Burghardt. Und ist optimistisch: "Unser Rotwild ist, wie alle Bewohner des Schwarzwalds, recht ortstreu und heimatverbunden. Unsere besenderten Tiere zeigen nur geringe Laufweiten." Die Hoffnung ist also, dass Tiere aus der Kernzone kaum Notwendigkeit sehen, in die angrenzenden Wälder abzuwandern und dort Schaden anzurichten. Aber, und das gilt für alles, was im Nationalpark passiert: Kein Mensch kann im Moment genau sagen, wie sich das Gebiet verändern wird, wenn der Mensch nur noch zuschaut und nicht mehr eingreift. Die Module des Nationalparkplans jedenfalls, so die beiden Leiter, seien so angelegt, dass man auch in Zukunft flexibel auf Unvorhergesehenes reagieren könne.








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