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Bundesweites Rangertreffen

Wattspiele beim Bundesnaturwacht-Treffen 2019. ©Nationalpark Wattenmeer/O. K. Gent
Ranger aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Langeoog ©Nationalpark Wattenmeer/O. K. Gent
26.03.2019

Über 150 Rangerinnen und Ranger trafen sich in der vergangenen Woche auf Langeoog zur 25. Fachtagung des Bundesverbandes Naturwacht e. V. Auch Vertreter des Nationalparks Schwarzwald waren dabei.

Ranger haben Obacht über ihre Gebiete - in den Nationalparks, Biosphärenreservaten, Naturparks und anderen Schutzgebieten. Sie erklären den Menschen die Natur und passen auf, dass der Schutz gesichert ist. Einmal im Jahr sind alle Ranger eingeladen, sich in einem Schutzgebiet in Deutschland zum Austausch zu treffen - in diesem Jahr fand die Tagung im Nationalpark Wattenmeer statt. Dabei wird auch jedes Mal ein relevantes Thema in den Mittelpunkt gestellt, um das sich die Veranstaltung dreht. Das Thema der diesjährigen Tagung lautete „Tourismus in Schutzgebieten – Herausforderung oder Chance in der Gebietsbetreuung“. An drei Tagen gab es ein vielseitiges Programm für die aus Deutschland, Tschechien, der Schweiz und Österreich angereisten Teilnehmenden.

Auch wenn der Rangerberuf eine Vorliebe für die Arbeit in der freien Natur voraussetzt, so war das stürmische norddeutsche Wetter auf Langeoog für manchen eine Herausforderung. Dennoch ließen sich nur ganz wenige von der langen Anreise abschrecken, mit insgesamt gut 160 Teilnehmenden war die Fachtagung auf Langeoog damit die größte, die es bislang gab. Begrüßt wurden die Ranger im Haus der Insel von Carsten Wagner, dem ersten Vorsitzenden des Bundesverbandes, der sichtlich erfreut über die gute Resonanz war: „Es ist wichtig, dass wir Ranger über die Grenzen unseres eigenen Schutzgebiets schauen. So können wir voneinander lernen und holen uns Motivation für die tägliche Arbeit.“.

Das Tagungsthema wurde in spannenden Fachvorträgen, die ausgehend vom Weltnaturerbe Wattenmeer durch den Nationalpark-Leiter Peter Südbeck in andere Schutzgebiete Deutschlands und bis nach Botswana reichten, nicht nur geographisch von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Und es wurde deutlich, dass in jedem einzelnen Gebiet individuell angepasste Lösungen für die Fachfragen des Naturschutzes und des Tourismus gefunden werden müssen. Dabei ist klar, dass in vielen Gebieten Naturschutz und Tourismus gut miteinander kooperieren und Natur als wichtigste Ressource von Tourismus geschützt werden muss. In anderen Fällen sind klare Management Regeln erforderlich, um die Güter der Natur nicht durch zu viel Störungen zu gefährden. In jedem Fall scheint essentiell, dass Einheimische und Gäste kennen wollen, was sie schützen sollen. Eine gute Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit durch die Ranger ist dabei oft entscheidend, Herausforderungen in Chancen zu verwandeln.

Um das Leben aus Sicht einiger tierischer Wattenmeerbewohner selber nachempfinden zu können, durften die Gäste zwischen den Vorträgen am Strand selber einmal Teil eines Zugvogelschwarms sein und im Krabbengang durch den Sand laufen. Am Freitag standen, trotz angesagtem Regen und Sturm, Exkursionen auf dem Programm. Auch, wenn wetterbedingt etwas improvisiert werden musste, so war der Tag voller eindrucksvoller Erlebnisse für die Gäste. Am Nachmittag kam versöhnlich die Sonne heraus, als wolle sie eine Einladung aussprechen, wiederzukommen, ins UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer.

Hintergrund

Der Bundesverband Naturwacht e. V. hält seine Tagung jedes Jahr in einem anderen Schutzgebiet ab. Mit der Einführung der Ranger im Niedersächsischen Wattenmeer war schnell klar, dass die Mitglieder des Bundesverbandes dieses attraktive Ziel bereisen wollten. Zur nächsten Fachtagung lädt das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft 2020 nach Bautzen ein.