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Folgen des Klimawandels für den Nationalpark

Minister Franz Untersteller informiert sich bei Christoph Dreiser (M.) und Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl (re.) über eine Klimastation im Nationalpark.

Minister Franz Untersteller informiert sich bei Christoph Dreiser (M.) und Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl (re.) über eine Klimastation im Nationalpark. © Anne Kobarg (Nationalpark Schwarzwald)

09.09.2019

Minister Franz Untersteller hat sich am Montag, 9. September, über den aktuellen Zustand des Walds im Nationalpark und die Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels informiert. Sein Eindruck: "Der Wald im Nationalpark wird sich auf natürliche Weise verändern und dem Klimawandel anpassen - wir müssen ihm nur die Zeit dafür lassen."

Der Minister zeigte sich dabei überzeugt, dass der Wald nicht nur im Nationalpark erhalten bleibe. Es helfe nicht, in Aktionismus zu verfallen und den Baumbestand durch vermeintlich klimastabilere Baumarten auszutauschen, sagte Untersteller. „Das Wissen um die natürliche Waldentwicklung ist heute auch Dank des Nationalparks so gut wie nie“, betonte der Minister. „Dieses Wissen sollten wir nutzen, um unsere heimischen Wälder auf den fortschreitenden Klimawandel anzupassen.“

Neue Chancen für den Wald

Der Leiter des Nationalparks Thomas Waldenspuhl erläuterte, dass der Wald die natürliche Verjüngung benötige, um sich als Ökosystem weiterentwickeln zu können. „Jede neue Generation von Bäumen bedeutet eine neue Chance für den Wald, sich beispielsweise an veränderte klimatische Bedingungen mit einer anderen Zusammensetzung der Baumarten anzupassen“, sagte Waldenspuhl. Denn bei der natürlichen Waldentwicklung wähle der Standort die am besten geeignete Pflanze aus, so der Leiter des Nationalparks. „Dadurch werden die Wälder im Laufe der Zeit stabiler gegenüber Klimaveränderungen und auch artenreicher.“

Laut Thomas Waldenspuhl ist das Ökosystem Wald im Nationalpark nicht gefährdet. Die Bilder werden sich aber verändern, der Anteil an Mischwald wird sich langfristig erhöhen. „Heute sind die zu großen Teilen auf forstliche Pflanzungen zurückgehenden Fichten besonders stark durch Stürme, Trockenheit und den Borkenkäfer betroffen“, erläuterte Waldenspuhl. Deshalb werde sich der Anteil anderer Baumarten wie Buche, Tanne, Bergahorn, Vogel- und Mehlbeere langfristig erhöhen. Die Fichte werde das Waldbild des Nationalparks allerdings noch für viele Jahre prägen, so die Einschätzung des Experten.  

Natürliche Wälder sind wertvolle Kohlenstoffspeicher

„Natürliche, ungenutzte Wälder sind artenreich und hervorragend für die Zukunft gewappnet. Sie wirken sich auch positiv auf das Klima aus, denn sie sind wertvolle und reiche Kohlenstoffspeicher“, ergänzte Franz Untersteller. „Es wäre gut, wenn diese Erkenntnisse in der aktuellen Debatte über die Zukunft des Waldes verstärkt Berücksichtigung finden würden“, so der Minister.








© Auerhahn - Foto: Arne Kolb