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Studie zeigt: Wildnis fördert Erholung

Teilnehmerin bei der Studie Wildniserleben im Oktober 2018.
20.11.2019

Forschungsinstitut verarbeitete riesige Datenmenge / Erkenntnisse sollen auch in die Bildungsarbeit im Nationalpark einfließen

Wie wirkt die Wildnis auf den Menschen? Verstörend, anziehend oder entspannend? Dr. Kerstin Ensinger, Leiterin der sozialwissenschaftlichen Forschung im Nationalpark, ist dieser Frage schon lange auf der Spur. „Dass ein Aufenthalt im Wald erholsam ist, konnten wir schon nachweisen – wir wollten aber genauer wissen, welche Rolle Wildnis dabei spielt“, erklärt die Psychologin. Eine Feldstudie im vergangenen Oktober hat hier nun neue spannende Erkenntnisse gebracht. „Wir konnten einen bedeutsamen Zusammenhang zwischen Wildnishaftigkeit und Erholung nachweisen“, nennt Dr. Eike von Lindern vom Forschungsinstitut Dialog N, der die Studie gemeinsam mit der Umweltwissenschaftlerin Susanne Blech leitete, eines der wichtigsten Ergebnisse.

15 Personen – ausgestattet mit Fragebögen, GPS-Geräten und Herzfrequenzgurten waren an vier verschiedenen Tagen auf drei Wanderwegen im Nationalpark unterwegs. Während die Gurte physiologische Daten sammelten, hielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Eindrücke an 24 Punkten mit Fragebögen und Fotokameras fest. „Mit einer Wildnishaftigkeits-Skala hatten wir vorher definiert, an welchen Orten viel oder wenig Wildnis erlebt wird“, erklärt von Lindern. „Mit den Daten aus dem praktischen Teil haben wir dann untersucht, wie sich der Grad an Wildnis auf die physiologische und psychologische Erholung sowie auf die Lernbereitschaft auswirkt.“

Wichtige Hinweise für die Praxis

Nun soll es keinesfalls bei dieser theoretischen Erkenntnis bleiben. „Wenn wir genauer wissen, welche Anblicke und Orte wie auf Menschen wirken, können wir das zum Beispiel in unsere Führungen einfließen lassen und die Gäste genau dort abholen“, sagt Kerstin Ensinger. Natürlich seien die Daten nicht repräsentativ für alle Besucherinnen und Besucher. „Aber sie geben uns Anhaltspunkte.“ Gemeinsam mit dem Rangerteam sowie dem der Wildnisbildung möchte Ensinger nun ausloten, wie das Studienwissen ganz konkret in der Praxis helfen kann. „Wir haben natürlich selbst viele praktische Erfahrungen, wie welche Wege und Ausblicke auf unsere Gäste wirken – diese mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen abzugleichen, finde ich auf jeden Fall sehr spannend“, freut sich Charly Ebel, Leiter des Fachbereichs Besucherinformation.

In Zukunft könne darauf aufbauend vielleicht sogar eine App entwickelt werden, „mit der Nationalparkgäste ihre eigenen Reaktionen auf den wilder werdenden Wald erforschen können“, verrät Kerstin Ensinger.

Hintergrund

Bei der Pilotstudie „Erlebnis Nationalpark Schwarzwald“ im Sommer 2016 hatte Kerstin Ensinger 111 Freiwillige mit Sensorarmband und Frage-App ausrüstet auf einen Spaziergang im Nationalpark Schwarzwald geschickt. Klares Ergebnis damals: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlten sich anschließend entspannter. Auf ihrem Rundweg passierten die Testpersonen damals vier nationalparktypische Stationen: einen kultivierten Wald, einen Pfad mit Heidelbeervegetation, einen Bannwald mit Totholz und offene Grinde.

Bei der Feldstudie „Wildniserleben“ waren vom 1. bis 5. Oktober 2018 vor allem Studierende der Universität Landau und der Hochschule Darmstadt auf drei ausgewählten Wegen unterwegs.

Hier sind alle Studien der Sozialwissenschaftlichen Forschung im Nationalpark Schwarzwald einsehbar.








© Auerhahn - Foto: Arne Kolb