Die Wanderführerin
Eine Jacke, ein Sitzkissen, Erste-Hilfe-Set, Handy, Trinkflasche und Vesper, viel mehr ist nicht im roten Rucksack von Dorothea Polle-Holl. Die Wanderführerin ist gerne mit kleinem Gepäck unterwegs.
Bei einer Wanderung auf einer Teilstrecke des Seensteigs und des Westwegs will ich alles über ihr ehrenamtliches Tun als Wanderführerin wissen. „Eine neue Wanderung beginnt daheim am Rechner“, sagt die Forbacherin. Im Tourenportal des Schwarzwaldvereins stellt sie sich Wanderungen zusammen, überträgt sie dann auf ihr GPS-Gerät. Aber für alle Fälle und weil sie sie einfach mag, hat Dorothea auch immer eine Wanderkarte dabei. „Ich lese Landkarten wie andere Bücher“, sagt sie gut gelaunt. Als Hilfe dienen unterwegs natürlich auch die Wegweiser, die vom Schwarzwaldverein aufgestellt werden.
Die Wanderbegeisterte
„Ich wandere super gerne. Schon immer. Auch als Kind, auch als Studentin“, meint die 70-Jährige. Der Hexensteig im Harz, Goldsteig im Bayerischen Wald, Malerweg in Sachsen, Nordrandweg der Schwäbischen Alb und natürlich auch der Westweg im Schwarzwald sind nur eine kleine Auswahl ihrer Wanderleidenschaft. Als die Familie von Karlsruhe nach Forbach zog, trat sie in den Schwarzwaldverein ein. Die Freude an der Natur, die Wander-Begeisterung und die Idee, noch was dazuzulernen, gaben den Ausschlag, dass sich Dorothea in der „Heimat- und Wanderakademie Baden-Württemberg“ zur Wanderführerin ausbilden ließ. „Bei mir war es ein einwöchiger Kompaktkurs mit Praxis- und Theorietagen, mit schriftlicher und mündlicher Prüfung“, erinnert sie sich.
Finanziert vom Schwarzwaldverein
Da der Schwarzwaldverein für die Kosten aufkam, begann die promovierte Chemikerin im Gegenzug Wanderungen anzubieten. Nachtwanderungen, Wanderung zum Sonnenaufgang auf die Badener Höhe, auf den Ochsenkopf, zum Schurmsee oder, oder, oder... Mal mit acht, neun Leuten, mal mit 30. „So 15, 16 Leute sind für mich eine schöne Gruppengröße. Ich kann dann mit jedem reden und die Gruppe lässt sich gut zusammenhalten“, meint sie.
Nationalpark-Befürworterin
Dorothea war von Anfang an eine Befürworterin des Nationalparks. Darum war sie auch bei den Ersten dabei, die die Zusatzqualifikation als Wanderführerin im Nationalpark ablegten. Demnächst ist sie auch ehrenamtliche Rangerin. „Der Wald bringt einen runter, das ist mir wichtig. Das sollen die Leute mit allen Sinnen spüren“, meint sie. Dann gibt sie eine wichtige Regel aus: „Als Wanderführer sollte man nie dozieren. Wenn andere in der Gruppe dazu neigen, dann unterbreche ich“, erklärt sie lachend, während wir vom Roten Schliff zum Schliffkopf hochwandern. „Manchmal bitte ich eine redselige Gruppe, auch mal zehn Minuten schweigend zu gehen, um die Natur intensiver wahrzunehmen.“
Die meisten ihrer Mitwanderer sind zwischen 50 und 70 Jahren. „Das ist ein Knackpunkt“, meint sie. „Neue Leute, junge Leute zu bekommen, ist schwierig, obwohl Wandern sehr modern ist. Die jüngeren Leute wandern lieber für sich.“ Nicht nur, denke ich. Obwohl ich altersmäßig zu Dorotheas Wandergruppen passen würde, bin ich lieber zu zweit, zu dritt oder viert unterwegs. Aber natürlich ist es eine feine Sache, wenn man sich nicht um die Strecke kümmern muss. Das genieße ich bei der Wanderung mit Dorothea.
Wer gerne mit einer Wanderführerin oder einem Wanderführer unterwegs sein möchte, der soll sich an den Naturpark Schwarzwald oder die örtlichen Tourismusstellen sowie an die Ortsvereine des Schwarzwaldverein wenden. Dorotheas nächste Wandertermine finden sich beim Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Forbach-Langenbrand unter: https://swv-forbach-langenbrand.de/aktuell/termine/
Der Nationalpark kann leider keine Wanderführende direkt vermitteln.
Weitere Informationen zur Zusatzqualifikation Nationalpark finden sich hier: Wanderführende
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Hier können Sie sich "Die Wanderführerin" vom 09. Oktober 2026 herunterladen.
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Zur Person
Iris Lemanczyk
Bloggt im Auftrag der Nationalparkverwaltung aus dem Nationalpark Schwarzwald.
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