Calzone und Zimtschnecken

27.03.2026 von Iris Lemanczyk in Kategorie : Blog
  • Im Nationalpark kann man nicht nur wandern, von Rangern einiges erfahren oder im Nationalparkzentrum verweilen. Es gibt auch Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer. Wildnisteacher heißt ein siebentägiges Programm, bei dem Lehrende lernen, was sie mit ihren Schulklassen in der Natur alles machen können. Heute steht „Kochen am Feuer“ auf dem Wildnisteacher-Lehrplan. Und Calzone und Zimtschnecken auf der Speisekarte.

    Impulsgeber Nationalpark

    Es ist später Nachmittag, die sechs Lehrerinnen und ein Lehrer haben morgens in ihren Schulen unterrichtet, jetzt sitzen sie um eine Feuerstelle im Nationalpark. Sie kommen etwa vom Markgraf Ludwig Gymnasium in Baden-Baden oder von der Bachschloss-Schule in Kappelrodeck, beides sind Kooperationsschulen des Nationalparks. Das bedeutet: Der Nationalpark dient als Impulsgeber und bietet einen Raum, in dem Schülerinnen und Schüler und auch Lehrer Natur und Wildnis erleben und mit den Elementen in Kontakt treten.

    Ohne Feuerzeug

    Auch mit Feuer. Feuer braucht’s halt zum Kochen am Feuer. Grillanzünder und Feuerzeug, so einfach wird es nicht. Die Lehrenden müssen erst mal Feuer machen. Und zwar mit Schlagstahl einen Zündfunken erzeugen, den Funken hätscheln und füttern, bis daraus ein Feuer wird. Dazu gehört natürlich auch Holzhacken. Volker Hirsch, Realschullehrer, der an den Nationalpark abgeordnet ist, erklärt, wie der Schlagstahl am besten zu halten ist.

    Nicht so einfach

    Vom Funken zum Feuer ist’s gar nicht einfach. Auch wenn es mal hoffnungsvoll raucht. „Wir hatten schon Feuer“, meint die Biolehrerin vom Team Calzone nach einem erfolglosen Versuch.

    „Das würde ich auch sagen“, meint jemand. Gefrotzel wie in der Schulklasse.

    „Vielleicht hab ich mein Feuerzeug dabei“, flüstert die Kunstlehrerin und kramt vergeblich in der Tasche. Tsstsstss, wenn das die Schüler hören könnten.

    „Früher gab’s Feuerdiebe…“, fällt einem Sportlehrer ein, „…ich weiß jetzt, warum.“

    Hefeteig – einmal salzig, einmal süß

    Nach einer Viertelstunde brennen beide Feuer. Zwei müssen es sein, eins für die Pizzen, eins für die Zimtschnecken. Volker hat im Vorfeld schon Hefeteig vorbereitet: einmal süß, einmal salzig. Team Zimtschnecke kümmert sich um die Butter-Zimt-Zucker-Füllung. Bei Team Calzone werden erst mal Paprika und Champignons geschnippelt. Und immer darauf geschaut, dass das Feuer nicht ausgeht.

    „Kriegen das Grundschüler hin?“, fragt Volker Hirsch.

    „Boah, ich weiß nicht. Die Verletzungsgefahr am Feuer ist schon groß“, antwortet die besorgte Lehrerin.

    „Haben wir manchmal zu viel Angst?“, überlegt Volker. „Trauen wir den Kindern manchmal zu wenig zu? Meine Erfahrung ist, dass am Feuer sehr wenig passiert.“

     

    Ober- und Unterhitze aufm Feuer

    Die fertig gerollten Zimtschnecken landen in einem großen, schwarzen Kessel, der an einem Dreibein über der Feuerschale baumelt. „Die Flammen sollen nicht den Kessel berühren und ruhig Glut auf den Deckel geben, so bekommen wir Ober- und Unterhitze“, rät Volker.

    Verzicht lernen

    Dann schildert er, wie Schüler bei mehrtägigen Exkursionen reagieren, wenn sie morgens aus dem Zelt krabbeln und erst Brot backen müssen, weil es sonst keines gibt. „Dass etwas nicht vorrätig ist, das kennen sie nicht. Genauso wie Verzicht, wenn was nicht glückt.“

    Die Calzone belegen alle nach eigenem Gusto, zugeklappt, dann kommen sie übers Feuer.

    Während alle mit Kohldampf warten, erzählt eine Lehrerin von ihren Achtklässlern, die vom Campen auf der Hahnbrunnenwiese zuerst gar nicht begeistert waren. Es gibt dort keinen Handyempfang. Aber dann waren sie so beschäftigt mit Holzhacken, Feuerkochen und natürlich mit Wandern, dass es ihnen doch gefallen hat.

    „Ich ess meine gleich, egal, wie weit sie ist“, meine eine Grundschullehrerin. Ihre Kollegin nickt. Ergebnis: Je nach Geduld ist die Calzone ganz durch bis medium. Die Zimtschnecken sind am Boden angebrannt, aber wenn man das abschneidet, schmecken sie vorzüglich.

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    Iris Lemanczyk

    Iris Lemanczyk

    Bloggt im Auftrag der Nationalparkverwaltung aus dem Nationalpark Schwarzwald.

     

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