Wildtiermanagement

Um die Anrainer vor einer möglichen Zunahme von Großwild und den daraus folgenden, wirtschaftlichen Schäden zu schützen, wird in Deutschland auch in den Großschutzgebieten gejagt. Damit der eigentliche Prozessschutzgedanke („Natur Natur sein lassen“) schrittweise und unter Beachtung der Belange der Anrainer auch für Reh, Hirsch und Wildschwein umgesetzt werden kann, wurde im Nationalpark Schwarzwald das Modul Wildtiermanagement entwickelt.

Gegenstand des Moduls sind die großen Wildtiere Hirsch, Reh und Wildschwein, sowie ihre möglichen Beutegreifer Luchs und Wolf. Drei Zwischenziele und die wissenschaftliche Begleitung der Maßnahmen sind im Modul Wildtiermanagement formuliert. Die Planung und Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den betroffenen Anrainern, als auch mit Jagdverbänden, Naturschutz, Tierschutz, Tourismus und Gemeinden. Das erste Zwischenziel – 3.000 Hektar jagdfreie Fläche ab dem Jahr 2020 – wurde Ende 2018 vom Nationalparkrat beschlossen. Die drei Zwischenziele sind:

  • In einem Großteil der jetzigen Kernzone (ca. 3000 Hektar) wird ab dem Jahr 2020 nicht mehr gejagt;
  • bis zum Jahr 2030 wird im überwiegenden Teil, also auf mindestens 51 Prozent der Fläche nicht mehr in die Wildtierpopulation eingegriffen;
  • bis zum Jahr 2044 müssen 75 Prozent der Fläche ohne Wildtierregulation auskommen, damit der Nationalpark die internationalen Kriterien erfüllt.