Kescher und Becherlupe - unterwegs mit den Juniorrangern

17.07.2026 von Iris Lemanczyk, Frank Hamerla in Kategorie : Blog
  • Clara und Luise sind beste Freundinnen. Johann und Lukas sind Cousins. Bea ist alleine gekommen, genauso Logan, Nala und Jakob. Die acht gehören zur jüngsten Gruppe der Juniorranger, genannt wird die Gruppe: die Gartenschläfer.

    Sie sind Forscher und Forscherinnen, Entdeckerinnen, Beobachter. Zusammen erkunden sie die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks, sie lernen Spuren lesen und erfahren, wie alles mit allem zusammenhängt, wie alles seinen Platz hat und eine Aufgabe erfüllt. Die Idee, die dahintersteckt: Wer die Eigenheiten und die Schönheit unserer Tier- und Pflanzenwelt früh kennen und schätzen lernt, der hat auch das Bedürfnis sie zu schützen.

    Seit Anfang des Jahres treffen sich die Sieben- bis Zehnjährigen in losen Abständen. Mit dabei sind immer Ranger Markus Herrmann und Katrin Honauer vom Team der Wildnisbildung. „Wir überlegen uns das jeweilige Thema recht spontan. Es richtet sich oft nach dem Wetter“, erklärt Markus.

    Deshalb geht‘s heute zum Tiere entdecken ans Wasser. Richtige Forscher brauchen dazu Kescher, Klemmbrett, Stifte, Becherlupen, Pinsel und Pinzetten. Am Ruhesteinloch ist ein kleines Rinnsal, ideal für die Gartenschläfer.

    Doch zuvor müssen die Acht erst mal ungestreift durchs „Tor zur Wildnis“ gelangen. Katrin und Markus schwingen ein langes Seil, unter dem alle durch müssen, ohne es zu berühren. Entweder alle oder keiner. Es sieht gut aus für die Gruppe. Doch dann läuft Jakob zu spät los und berührt das Seil. Alle müssen nochmal ran. „Kein Problem Jakob, macht ja Spaß“, sagt einer der Jungs. Es sind diese einfachen Spiele, die begeistern.

     

    Endlich am Wasser. Manche ziehen gleich die Schuhe aus und wollen loslegen. Doch zuvor erklärt Katrin: „Welche Tiere wir im Wasser finden, zeigt uns, wie sauber das Wasser ist.“ Gut sind etwa die Steinfliege, der Strudelwurm oder die Eintagsfliegenlarven. Schlecht wären die Griebelmücken- oder die Rote Zuckmückenlarve. Katrin zeigt, wie die Tiere aussehen.

     

    Keine Beute in der Becherlupe

    „Katrin, schau, ich hab Eier auf einem Blatt gefunden“, ruft Nala dazwischen. „Die sehen aus wie Perlen". Noch ein Hinweis bevor‘s losgeht: Nur ein Tier pro Becherlupe. Logan kennt den Grund: „Manche Tiere vertragen sich nicht. Oder sind Beute für andere". Dann halten acht Kinder Kescher in das Rinnsal, füllen die Becherlupen mit Wasser…

     „Ich hab was“, ruft Bea. Auch Jakob hat was, einen Wasserläufer. „Ist der gut fürs Wasser oder schlecht?“, will er wissen. „Ich glaube, Wasserläufer können auf jedem Wasser laufen“, antwortet Logan, der sich auskennt. Kein Wunder, er möchte Naturforscher werden. Das möchte Jakob nun auch. Zuvor war es Archäologe, Schwerpunkt Archaeopteryx. „Ist ja auch irgendwie Naturforscher“, meint Logan. Die Mädchen halten weiter ihre Kescher ins Wasser, vor allem Bea hat Entdeckerinnen-Glück. Eine Steinfliegenlarve, wohl auch einen Strudelwurm. Bei Luise ist es eine ins Wasser gefallene Ameise.

    Johann und Lukas testen wie tief der Matsch im Rinnsal ist. Sie sinken fast bis zu den Knien ein – und strahlen. Jakob und Logan wollen die Quelle entdecken, kommen aber nach ein paar Minuten zurück.

     

    Im Regen laufen

    Bea ist zum vierten Mal bei den Juniorrangern dabei. Am besten fand sie, „im Regen laufen. Wir waren alle von den Socken bis zu den Haaren nass“. Sie fand auch spannend, Borkenkäfer unterm Mikroskop zu sehen. Oder viel übers Eichhörnchen zu erfahren. Dass es Nüsse vergräbt etwa oder Winterstarre macht. Ihr Berufswunsch steht auch schon fest, Bäuerin möchte sie werden. Die anderen Gartenschläfer zucken mit den Schultern. Sie haben noch keine Berufs-Idee. Ist ja auch noch ein paar Jahre hin.

     

    Die Gartenschläfer

    Apropos Gartenschläfer. Natürlich wissen die meisten, was ein Gartenschläfer ist: eine Schlafmaus, auch Bilch genannt. Der Gartenschläfer hat eine schwarze Zorro-Maske als Gesichtszeichnung und ist ein super Kletterer, der in Hecken und Bäumen nach Nahrung sucht. Außerdem verschläft er den ganzen Tag, um nachts aktiv zu sein. Das ist wohl der große Unterschied zu den Gartenschläfer-Juniorrangern.  

     

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    Bloggt im Auftrag der Nationalparkverwaltung aus dem Nationalpark Schwarzwald.

     

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    Arbeitet mit Bloggerin Iris im Team und macht Bilder für ihre Blogbeiträge.