Zwischen Bäumen und Gebärden
In Deutscher Gebärdensprache durch den Nationalpark Schwarzwald
Der Nationalpark Schwarzwald bietet Naturerlebnisse für alle. Nach dem Motto „Barrierefrei Natur erleben” gestaltet die Wildnispädagogin Svenja Fox Führungen, Workshops und mehrtägige Wildnisübernachtungen für gehörlose Menschen in Deutscher Gebärdensprache (DGS).
Im Rahmen ihres Masterstudiengangs „Medien und Kommunikation” haben Studierende der Hochschule Offenburg eine Gruppe gehörloser Menschen mit der Kamera auf ihrer Entdeckungstour durch den Nationalpark begleitet. Dabei ist der Dokumentarfilm „Zwischen Bäumen und Gebärden” entstanden.
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Svenja Fox – Naturpädagogik trifft Deutsche Gebärdensprache
„Ich werde oft gefragt, wie wir auf die Idee zu einem Projekt mit gehörlosen Menschen gekommen sind”, erzählt Juliane Schrempp, Projektleiterin des Films. „Ich kenne Svenja aus dem Young Explorers Program (YEP), bei dem ich 2019 Teilnehmerin war. Als wir Themen für ein Filmprojekt gesucht haben, erinnerte ich mich an ihre Kompetenzen und fand es spannend, Einblicke ihrer Arbeit zu teilen!“
Zur Deutschen Gebärdensprache kam Svenja früh: Ein Kinofilm mit zwölf, der erste VHS-Kurs mit 14 Jahren – doch erst im Studium in Berlin wagte sie den Schritt, das Gelernte praktisch anzuwenden. Heute vereint sie DGS, Naturerfahrung und Bildungsarbeit in einem Beruf. Eine Kombination, die es in Deutschland bisher nur im Nationalpark Schwarzwald gibt.
„Aus meiner Sicht ist es richtig wichtig, dass Menschen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene viel draußen sind, ganz viel auch wissen und lernen über Natur“, beschreibt Svenja ihre Erfahrungen als Wildnispädagogin. „Und vor allem auch ein Gefühl dafür entwickeln, da gehöre ich dazu. Also nicht nur wahrnehmen, ich bin hier und die Natur ist da, sondern da ist auch eine Verbindung. Ich bin Teil der Natur.”
Den Nationalpark mit fast allen Sinnen erleben
Der Film begleitet Svenja Fox und die sechs Teilnehmenden, die den Wald bei der Tour hautnah mit verschiedenen Sinnen erleben: Kiefernzapfen riechen, Moos berühren und ungewöhnliche Pilze genauer ansehen. Nebenbei erfahren sie viel Neues über den Nationalpark – und das in ihrer eigenen Sprache, der Deutschen Gebärdensprache. So entsteht ein lebhafter Austausch auf Augenhöhe, bei dem auch viel gelacht und diskutiert wird.
Im Hintergrund dieses Projekts steht der Begriff der „inklusiven Achtsamkeit“, der als Leitmotiv bei der Filmkonzeption diente. Er verbindet zwei zentrale Ebenen des Films: Zum einen die achtsame, respektvolle Auseinandersetzung mit Inklusion, insbesondere im Kontext von Gehörlosigkeit und Deutscher Gebärdensprache, und zum Anderen die Achtsamkeit gegenüber der Natur und dem eigenen Erleben in der Wildnis.
Doch wie bei jedem Projekt, gab es im Prozess ein paar Planänderungen. So war ursprünglich das Begleiten von einer Wildnisübernachtung mit einer Schulklasse aus gehörlosen Jugendlichen angedacht. Wegen unzumutbaren Wetterverhältnissen musste diese Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden und auch der Filmdreh fiel damit wortwörtlich ins Wasser. Unter diesen Umständen war es umso schöner, dass sich eine Gruppe Tauber Menschen fand, die Lust hatte, den Nationalpark bei einer DGS-Tour im Oktober neu zu entdecken.
Schulklassen herzlich willkommen im Nationalpark
Wohin soll sich das Angebot in Deutscher Gebärdensprache noch entwickeln? „Was ich gerne noch ausbauen würde, ist die Übernachtung mit Schulklassen. Das gab es bisher sehr, sehr wenig und es wäre schön, wenn da noch mehr Jugendliche mit ihren Lehrkräften zu uns in den Nationalpark kommen”, sagt Svenja.
Das Filmteam sagt DANKE an Svenja Fox sowie den Nationalpark Schwarzwald, den Verein GFSC (Gehörgeschädigten Freizeit- und Sportclub Ortenau) sowie die Hochschule Offenburg.
Das Filmteam:
Juliane Schrempp
Elena Kost
Lara Müller
Raphael Hild
Geschrieben von Juliane Schrempp
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Zur Person
Juliane Schrempp
Studentin der Hochschule Offenburg
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