Warzenbeisser
Die Art des Monats Juli 2026
Der Warzenbeisser – Insekt des Jahres 2026 mit Vorkommen im Nationalpark Schwarzwald
Nur wenige vermuten, dass der Warzenbeisser, wie viele andere Laubheuschrecken, eben kein Vegetarier ist. Er frisst regelmäßig tierische Kost und ist dabei nicht wählerisch. Seinen charakteristischen deutschen Namen hat die Art durch seine früher praktizierte Verwendung zur Bekämpfung von Hautwarzen. Dabei wurde der ätzende Verdauungssaft genutzt, den die Tiere beim Fang absondern. Die kräftigen Oberkiefer sind in der Lage abgestorbene Hornhaut zu durchbeissen.
Der Warzenbeisser ist mit bis zu 4,5 Zentimeter Körpergröße eine der größten Heuschreckenarten in Mitteleuropa. Farblich sind die Tiere äußerst variabel (Abb. 1).
Der Warzenbeisser bewohnt strukturreiche, offene Lebensräume. Wie andere große Laubheuschrecken nutzen die Larven andere Mikrolebensräume als die erwachsenen Tiere: die Eiablage erfolgt in den blanken, offenen Boden und die Larven entwickeln sich in der schütteren, bodennahen Vegetation.
Andererseits benötigen die erwachsenen Warzenbeisser höhere Vegetation, z.B. mit Zwergsträuchern wie Heidel- und Rauschbeere. Dort finden sie Schutz und nutzen die höhere Vegetation auch als Singwarte. Beide Mikrolebensräume finden sich regelmäßig als Mosaike in naturnah beweideten Flächen (Abb. 2).
Folgerichtig sind die Hauptvorkommen des Warzenbeissers im Nationalpark Schwarzwald die mit Rindern und Pferden beweideten Flächen.
Mehr als 30 Prozent der in Deutschland vorkommenden Heuschrecken sind im Bestand gefährdet. Beispielhaft steht der Warzenbeisser für die Entwicklung, der ebenfalls bundesweit gefährdet ist.
Aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft und klimatischer Veränderungen (mehr Trockenheit im Sommer) sind seit Mitte des 20. Jahrhunderts viele Vorkommen regional ausgestorben.
Für überlebensfähige Populationen des Warzenbeissers ist die Verfügbarkeit gut vernetzter Lebensräume auf Landschaftsebene entscheidend. Im Nationalpark Schwarzwald haben sich in den vergangenen zehn Jahren viele neue Vorkommen begründet. Die gezielte Entwicklung strukturreicher Weideflächen hat dazu beigetragen (Abb. 3).

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