Arktis, Astronauten und Peru

Maite Graus ist die Chefin der Veranstaltungen

17.01.2025 von Iris Lemanczyk, Andreas Forch in Kategorie : Blog
  • Nach dem Gespräch mit Maite Graus bin ich unentschieden, ob ich mit ihrer Biografie beginne oder mit ihrem Tun. Beides ist spannend, denn Maite ist im Nationalpark als Veranstaltungsmanagerin unter anderem für das Jahresprogramm zuständig - und Maite kommt aus Peru. Als Tochter eines Spaniers und einer Peruanerin bringt sie eine faszinierende interkulturelle Perspektive mit.

     

    Wie entsteht das Programm?

     

    Eigentlich hat das nichts miteinander zu tun, aber irgendwie doch. Ich fange mal mit dem Jahresprogramm und seiner Entstehung an. „Biodiversität und Klima sind unsere Themen für 2025. Dazu machen die verschiedenen Fachbereiche, von unserem Wildnisbildungs-Team bis zu den Rangern, Vorschläge für Veranstaltungen. Dadurch füllt sich der Kalender spürbar. Dazu kommen externe Referentinnen und Referenten“, erklärt Maite. Um passende Referenten zu bekommen, hat Maite ein gutes Netzwerk und hält die ganze Zeit die Augen offen. Auch die NationaIpark-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben Tipps, sodass für 2025 um die 200 Veranstaltungen zusammengekommen sind.

    Zu den Höhepunkten dieses Jahr gehört der Nationalpark auf der Gartenschau „Tal X“, die von Mai bis Oktober zwischen Baiersbronn und Freudenstadt stattfindet. Hier kann man den Nationalpark im „Wilden Eck“ besuchen. Es gibt Vorträge und Gruppenangebote.

     

    Auf der Gartenschau

    Weitere Highlights im Veranstaltungskalender des Nationalparks: Im Frühjahr erwartet die Besucher ein Vortrag über Wanderfalken und Uhus sowie eine Fotoausstellung, die den Weg des Wassers von der Quelle bis zur Nordsee thematisiert. Genauso besonders wird die Ausstellung „Into the ice“ sein, die Motive von Fotografinnen und Fotografen zeigt, die an der MOSAiC-Expedition teilgenommen haben.

    Volker Schmid, der auf mehreren ISS-Missionen dabei war, entführt die Besucher mit seinem Vortrag „Für die Erde ins All und was wir von der Forschung auf der ISS haben“ in die Welt der Raumfahrt.

    „Sehr beliebt sind unsere Rangerführungen und alle Veranstaltungen für Familien, die immer schnell ausgebucht sind, weil wir nicht in großen Gruppen im Nationalpark unterwegs sind“, sagt Maite, die versucht an möglichst vielen Veranstaltungen teilzunehmen.

     

    Wie ist das jetzt mit Maite, Peru und dem Nationalpark? Maite ist in der Hauptstadt Lima geboren. Ihr Vater, übernahm in Iquitos die Leitung einer peruanischen Fluggesellschaft. Das ist eine Stadt im tropischen Regenwald, die am besten per Boot oder Flugzeug erreichbar ist. „Der Regenwald war so nah. Bei uns krochen Taranteln über den Fernseher, es gab Schlangen und Fledermäuse in den Häusern“, erinnert sich Maite. „Das war schlimm für meine Mutter, aber mein Vater hat jedes Tierchen gerettet.“

     

    Sprachen-Liebhaberin

    Ihr Vater schwärmte für Lufthansa. Maite wollte auch am Flughafen arbeiten. Für Maite, die Sprachen liebt, war klar, dass sie für einen Job bei der Lufthansa Deutsch lernen musste. Spanisch, Englisch, Französisch und etwas ltalienisch sprach sie bereits. „Deutsch war die Herausforderung“, sagt sie lachend.

    Also reiste sie nach Deutschland, nach Stuttgart, denn dort konnte sie bei einem befreundeten Ehepaar in Ruhe ankommen. Sie bewarb sich sofort bei Lufthansa, doch mit ihren mageren Sprachkenntnissen erhielt sie eine Abfuhr.

     „Mit dem Ehepaar war ich zu einem Ausflug im Schwarzwald unterwegs. Während unseres gemeinsamen Essens fragten wir spontan nach einer Ausbildungsmöglichkeit – und bekam die Chance, direkt einzusteigen.“

    In Tonbach hat sie dann erst Andreas, dann seine ganze Freunde kennengelernt. „Mein Deutsch wurde dadurch schnell besser, allerdings war es Umgangssprache“, lacht sie. Deshalb lässt sie sich zur Europasekretärin ausbilden – mit Sondereinheiten in „richtigem“ Deutsch. Danach sattelte sie noch Betriebswirtin und ein Studium der Wirtschaftspsychologie drauf.

    Ihrem Andreas wollte Maite ihre Heimat zeigen. Sie reisten nach Iquitos. Doch ihr Paradies gab es nicht mehr: Der Wald war weg, so viel Natur war zerstört. „Wir mussten weit fahren, um etwas Regenwald zu sehen. Es war schlimm."

    Wieder zurück in Baiersbronn war für Maite klar: „Ich möchte gerne was mit Naturschutz machen.“

    Das war 2014, just, als der Nationalpark eröffnet wurde. Maite bewarb sich, bekam die Stelle und erinnert sich noch an die Anfänge. „Ich saß mit meinem Laptop auf der Treppe, weil wir noch keine Stühle hatten und erstellte erst mal eine Telefonliste von den rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die es damals nur gab.“ 

    Ob Maite ohne die schlimme Peru-Erfahrung beim Nationalpark gelandet wäre? Jedenfalls haben wir ihr ein tolles Jahresprogramm 2025 zu verdanken. Schaut ab Mitte Januar rein in unseren Veranstaltungskalender.

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    Iris Lemanczyk

    Iris Lemanczyk

    Bloggt im Auftrag der Nationalparkverwaltung aus dem Nationalpark Schwarzwald.

     

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    Andreas Forch

    Arbeitet mit Bloggerin Iris im Team und macht die Bilder und Videos für ihre Blogbeiträge.