Zarte Resupinatstacheling
Die Art des Monats Januar 2026
Der Gattungsname Steccherinum leitet sich vom griechischen Wort stekos ab, was so viel wie Stachel oder Stacheliger bedeutet. Grund dafür ist, dass die meisten Pilzarten dieser Gattung Stacheln anstelle von Lamellen ausbilden. Durch diese Oberflächenvergrößerung können mehr Sporen gebildet werden. Auch der Zarte Resupinatstacheling hat dicht stehende, spitze Stacheln von über 5 Millimeter Länge. Dadurch grenzt sich die Art auch von anderen Vertretern der Gattung ab.
Hinzu kommt, dass viele Funde von Nadelholz stammen, überwiegend von Weißtanne, während die sehr ähnlichen Ockerrötlicher Resupinatstacheling (Steccherinum ochraceum) und Dunkelbraune Resupinatstacheling (Steccherinum robustius) Laubholz bevorzugen.
Spannend ist aber, dass alle Funde vom Zarten Resupinatstacheling mit oder direkt auf dem Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) vorkommen. Oft sogar zusammen mit der seltenen Zitronengelben Tramete.
Die Art hat eine weite eurasische Verbreitung: von der Schweiz und dem Schwarzwald im Südwesten bis nach Russlands, China und Japan im Osten. Die meisten Nachweise stammen aus der Slowakei, Tschechien, Ukraine, Estland sowie Russland. Einzelfunde sind aus Deutschland (Nationalpark Bayerischer Wald, Nationalpark Schwarzwald) sowie der Schweiz, Polen, China und Japan bekannt.
Das limitierte Vorkommen in urwaldartigen Wäldern untermauert auch das häufige gemeinsame Auftreten mit der Zitronengelben Tramete. Über die Gründe für die Seltenheit des Zarten Resupinatstachelings lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nur spekulieren. Doch vermutlich ist die Art ebenso wie die Zitronengelbe Tramete auf ein hohes Vorkommen vom Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) angewiesen. Die meisten Nachweise stammen aus dem Herbst und Spätherbst sowie wenige aus den Wintermonaten und dem frühen Frühjahr.
Weitere Infos und den langen Weg seiner Namensgebung beschreiben wir in diesem Blogbeitrag.
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Zur Person
Dr. Flavius Popa
Pilzexperte des Nationalpark Schwarzwald
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