Nachhaltige Ernährung - aber wie?

Wir zeigen euch unsere Recherchen zu diesem Thema und wie wir in unserem WG-Alltag damit umgehen.

06.04.2021 von Team Freiwillige in Kategorie: Freiwillig unterwegs

Wie kann man ökologisch einkaufen? Welche Produkte sind nachhaltig und welche nicht? Wie kann man sich auf eine Ernährung in der WG einigen? Diese und viele weitere Fragen haben uns Freiwillige beschäftigt. Daraus entstand die Idee, dass wir uns jeder mit einem Thema der Nachhaltigen Ernährung beschäftigen und unsere gesammelten Ergebnisse in einer kleinen Runde präsentieren.

Gesagt, getan. Einen Monat lang hatten wir neben unseren üblichen Aufgaben als Freiwillige Zeit, uns in die jeweilige Materie einzuarbeiten und eine Präsentation vorzubereiten. Und dann war es schließlich soweit. Bei einer lockeren, kleinen Runde hatte jeder 20 Minuten Zeit, seine Recherchen vorzustellen.

Mit einem sehr interessanten Vortrag über Permakultur hat Nicolas den Anfang gemacht. Permakultur beschreibt ein geschaffenes Ökosystem, dass mit der Erde arbeitet und eine hohe Diversität an Pflanzen und auch Tieren aufweist. Dabei arbeitet es mit den natürlichen Kreisläufen der Natur.

Da Nicolas so begeistert von seinem Thema ist und wir bereits ein etwas heruntergekommenes Beet hinter dem Haus besitzen, möchte er die Theorie, die er uns in seinem Vortrag präsentiert hat, auch in die Praxis umsetzen. Mit Feuereifer hat er sich am Wochenende direkt mit Spaten und Gartenhacke bewaffnet der Aufgabe gestellt, das Beet umzugraben, wieder aufzupolieren und eine Permakultur zu entwickeln.

Audrey wollte uns einen kleinen Vorgeschmack zu nachhaltigem Konsum auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene vermitteln und hat sich auf die Suche nach Tipps und Tricks begeben. Die spannendsten Fakten über die Klassifizierung der nachhaltigsten Supermärkte, Tipps zum nachhaltigen Konsum im Supermarkt und die Bilanzierung der Herkunftsländer von Obst und Gemüse hat sie in ihrer Präsentation für uns zusammengefasst.

 

Nina hat sich mit dem Produktlebenszyklus beschäftigt. Dabei ging es darum, wie sich ein solcher Zyklus gliedert und welche Faktoren bei einer Produktlebensanalyse (Ökobilanz eines Produktes) miteinbezogen werden. Veranschaulicht hat sie das Ganze an dem Produktlebenszyklus einer bestimmten Tafel Schokolade. Sie hat den Produktlebensweg rekonstruiert und versucht, beispielhafte Werte für die CO2-Emission und das virtuelle Wasser zu errechnen. Zum Abschluss des Vortrags haben wir gemeinsam unsere Vorschläge, wie wir uns nachhaltiger und ökologischer ernähren bzw. einkaufen können, gesammelt und festgehalten.

Nach einer kleinen Pause, in der wir die Schokolade aus dem Beispiel aus Ninas Vortrag verkostet haben, ging es schon mit Johannes Präsentation weiter.

Johannes hat sich mit der Frage beschäftigt, ob man Obst und Gemüse lieber im In- oder Ausland kauft. Hierbei spielen viele Faktoren wie Anbau, Transport, Verkauf und Einkauf eine Rolle. Auch wichtig sind die Arbeitsbedingungen und die Saisonalität, die oft ausschlaggebend für die CO2-Bilanz sind. Wie Johannes festgestellt hat, ist es gar nicht so einfach, diese Aspekte abzuwägen und zu überblicken. Empfehlenswert ist es aber in jedem Fall, regional sowie saisonal zu kaufen - und sich über die Arbeitsbedingungen bei der Gemüseernte zu informieren. Zudem bietet es sich an, im Sommer Gemüse und Obst selbst anzubauen oder beim Bauer vor Ort einzukaufen.

Jonas hat für uns den deutschen Siegel-Dschungel durchforstet. Vergleichend hat er die jeweiligen Aspekte der Siegel Bioladen, Naturland, Demeter und auch das europäische Bio-Siegel untersucht und uns detailliert dargestellt.

Dieser Nachmittag hat noch einmal viele neue Themenbereiche aufgeworfen, welche uns zum Nachdenken angeregt haben und unsere Ernährungsdiskussionen in der WG wohl in Zukunft begleiten werden. Wir ziehen folgendes Fazit: es gibt sehr viele Aspekte, die in eine nachhaltige Ernährung einbezogen werden. Dabei ist es schwerer als erwartet, genaue und verlässliche Daten zu finden und sich in die Materie einzuarbeiten.

Wie gehen wir in unserem WG-Alltag mit Ernährung um?

Zu Beginn unseres Jahres kamen wir mit den unterschiedlichsten Ernährungsgewohnheiten hier an. Die einen essen Fleisch, manche sind Vegetarier und die anderen wollen sich vegan ernähren – eine Schnittmenge bei diesen Unterschieden zu finden ist gar nicht so einfach. Wenn es dann noch darum geht, wer für was bezahlt, kann das schnell zu Streitigkeiten führen.

Da wir jedoch sehr gerne zusammen kochen, mussten wir uns zwangsläufig einigen. Dafür haben wir uns einen ganzen Tag gemeinsam mit unseren Betreuern zusammengesetzt und über diese Themen gesprochen. Dabei ist es von großem Vorteil, wenn man neutrale Moderatoren dabeihat, die einem dabei helfen. Am Ende des Tages haben wir auch eine für uns alle befriedigende Lösung gefunden.

Wir ernähren uns hauptsächlich vegetarisch und von Bioprodukten. Bei manchen Lebensmitteln wie zum Beispiel der Milch machen wir Unterschiede zwischen Kuhmilch und veganer Milch, je nachdem, von was man sich ernähren möchte. So haben wir einen Großteil an Lebensmitteln, die wir gemeinsam essen, aber jeder hat für sich ein paar Produkte, die nur er oder sie isst. Eine Lösung, die für uns am besten passt :)

Unsere Erkenntnisse und Lösungsansätze für eine nachhaltigere Ernährung möchten wir gerne mit euch teilen, damit auch ihr etwas von unseren Recherchen mitnehmen könnte:

 

  • Regionale/ Lokale Lebensmittel sind zu bevorzugen, da diese durch den kürzeren Transportweg eine bessere Ökobilanz besitzen.
  • Lebensmittel während ihrer Saison (in Deutschland) einkaufen, um lange Lagerungen oder Importe zu vermeiden, die wiederum eine schlechtere Ökobilanz nach sich ziehen.
  • Wenn man die Möglichkeit hat, selbst Obst und Gemüse anzubauen, dann empfiehlt es sich, diese nutzen. Es macht Spaß und hat den positiven Nebeneffekt, dass es besser für die Umwelt ist.
  • Um lange Anreisen des Produktes und damit höhere Umweltbelastungen zu vermeiden, ist es wichtig, auf das Herkunftsland des Produktes zu achten. Zudem herrschen in anderen Ländern teilweise unterschiedliche Arbeitsverhältnisse auf den Feldern oder Plantagen, sodass auch Kinderarbeit oder unmenschliche Arbeitsbedingungen unterstützt werden.
  • Wir haben in Deutschland das Privileg, keinen Mangel an Lebensmitteln zu erleben. Aus diesem Grund muss man „Luxusgüter“ in Maßen genießen und wertschätzen.
  • Der Griff zum hauseigenen Kochlöffel ist ebenfalls nicht verkehrt. Zum einen ist es gesünder, selbst zu kochen und die Fertiggerichte im Supermarkt zu lassen und zum anderen ist es ebenfalls schonender für die Umwelt
  • Wenn möglich, dann nicht mit dem Auto Einkaufen fahren, sondern bestenfalls zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Falls es unumgänglich ist, mit dem Auto zu fahren, dann möglichst selten.

 

Das sind nur ein paar Aspekte auf die man achten kann. Schlussendlich überliegt es jedem selbst, was für einen selbst am wichtigsten ist und für welche Produkte man sich am Ende entscheidet.

Geschrieben von Nina Rosenlicht

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