Loipen-Kilometer in herrlicher Winterlandschaft
Eine Zwischenbilanz
Der Schnee glitzert. Fichten, die wie Zuckerwatte aussehen und mit Eiszapfen behangen sind. Der Himmel ist tiefblau. Stille, bis auf das Gleiten der Langlaufskier in der Loipenspur. Das ist die Idealvorstellung eines Wintertags im Nationalpark.
Damit wir einen herrlichen Wintertag genießen können, sind Tim Tschöpe und sein Loipen-Team im Einsatz. 154 Loipen-Kilometer gibt es im Nationalpark und den angrenzenden Wäldern. Zehnmal sind sie 2026 bisher zum Spuren ausgerückt. Immer nachts.
Gespurt wird nachts
Warum nachts? „Hauptsächlich aus Sicherheitsgründen“, meint Tim, der das Loipen-Team leitet. „Manchmal fahren wir etwa eine Abfahrt hoch, es wäre zu gefährlich, wenn wir einem Langläufer entgegenkommen würden. Nachts ist der Kontrast auch besser. Und wir können den Schnee bei Kälte besser fixieren.“
Ab einer Schneehöhe von ungefähr 20 Zentimetern wird gespurt. Es kommt allerdings auf den Schnee an: Bei festem Schnee reichen die 20 Zentimeter, bei pulvrigem Schnee fehlt die Unterlage, es gibt dann nichts um die Loipe zu verdichten. Das Loipen-Team wertet Wettermodelle aus, spricht sich ständig ab, jeder schaut an anderen Orten, ob die Schneehöhe ausreichen könnte.
„Die Loipen in Herrenwies und am Schliffkopf sind unterschiedliche Welten. In Herrenwies können wir oftmals nicht mehr spuren, während es am Schliffkopf noch geht“, sagt Tim. „Manchmal sind die Unterschiede schon auf einer Loipe gravierend.“ Etwa die 16 Kilometer lange Hundsrücken-Loipe am Seibelseckle, bei der der westliche Teil deutlich windanfälliger ist als der östliche.
Im Nationalpark gibt es zwei Pistenbullys, die gleichzeitig eine Skating- und eine klassische Loipe spuren können. „Ein Gerät steht am Ruhestein und eins in Unterstmatt. Wer welche Loipen spurt, ist klar verteilt“, sagt Tim und fügt hinzu: „So ein Bully ist ein sehr komplexes Gerät. Es braucht jahrelange Erfahrung und Gespür. Denn neben der Fahrt muss man etwa die Fräsgeschwindigkeit oder den Anpressdruck ändern.“
Wenn die Männer vom Loipen-Team gespurt haben, geben sie durch, wo eventuelle Schwachstellen sind, wo es eisig, fest oder weich ist. „Wie in einem Schulnotensystem – von sehr gut bis ausreichend – pflegen wir den Zustand der Loipen in das online Portal des Deutschen Skiverbandes www.loipenportal.de und in www.mein.toubiz.de ein. Dies ist die landesweite Datenbank für touristische Infrastruktur.“ Und zwar tagesaktuell, schon morgens um sechs, halb sieben.
Während wir einen schönen Wintersporttag vor uns haben, schlafen die Männer vom Loipen-Team. „Wir sind zufrieden, wenn wir gute Loipen hinbekommen“, meint Tim bescheiden. Gleichzeitig betont er, dass man die nächtliche Arbeit der Männer nicht genug wertschätzen kann. Er erzählt, wie sehr sich sein Team freut, wenn in einer Böschung mit dem Skistock mal ein „danke“ in den Schnee gedrückt wurde. Und wir können uns – dank der Arbeit des Loipen-Teams – hoffentlich bald wieder über viele Langlauf-Kilometer in herrlicher Winterlandschaft freuen.
Info: Es gibt 154 Loipen-Kilometer im Nationalpark und den angrenzenden Wäldern. Dazu kommen noch sieben Kilometer Wanderwege und zwei Rodelhänge, um die sich das Loipen-Team kümmert.
Die schneesichersten Loipen sind die Schwarzkopfloipe am Seibelseckle und die Kähnerlochloipe bei Unterstmatt.
Über den Zustand der Loipen kann man sich informieren bei www.loipenportal.de und bei www.mein.toubiz.de
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Zur Person
Iris Lemanczyk
Bloggt im Auftrag der Nationalparkverwaltung aus dem Nationalpark Schwarzwald.
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