Lotta und der Regenwald-Ureinwohner
„Schneller, Lotta“, ruft Tucco, der freche Tukan. Er flatterte mit seinem riesigen Schnabel voran. „Ich komme ja schon“, lacht Lotta und klammert sich an eine lange, grüne Liane. SCHWING! SWUSCH! HUIII! Wie eine wilde Regenwald-Achterbahn sausen die beiden durch den Dschungel. Tucco schwingt sich elegant von Liane zu Liane, schlägt im Takt mit den Flügeln und ruft: „Regenwald-Regel Nummer 1: Immer schön mitschwingen!“ Lotta lacht, schwingt mutig hinterher - doch plötzlich rutsche ihre Pfote ab: „TUCCOOOOOOO!“ FLUPP! PLUMPS! Lotta purzelt durch die Blätter, an Orchideen vorbei, dreht sich einmal um die eigene Achse und landet direkt in den Armen von Tahu, einem Yanomami, der Urbevölkerung des tropischen Regenwaldes.
Ein großes Staunen
Tahu blinzelt. Lotta ist etwas blass um die Nase. Tucco landet kopfüber auf einem Ast. “Ähm… hallo“, sagt Lotta vorsichtig. „Ähm … hallo“, sagt Tahu genauso überrascht. „Wow! Was für ein Abgang! Zehn von zehn!“, ruft Tucco begeistert. Alle drei müssen lachen. „Ich bin Lotta“, sagt Lotta, „eine Gartenschläferin aus dem Schwarzwald.“ „Ich bin Tahu“, antwortet Tahu freundlich. „Ich lebe hier im Regenwald mit dem Waldvolk und meiner Familie.“ „Und ich bin Tucco“, ruft der Tukan stolz. „Flieger, Schwing-Profi und Regenwaldorchester-Dirigent!“ Nachdem sich alle vorgestellt haben, schaut Lotta Tahu nun ganz genau an. Sie schüttelt kurz den Kopf und fragt dann vorsichtig: „Sag mal… Tahu? Du sprichst ja meine Sprache!“ Tahu lächelt ruhig: „Ja, Lotta. Ich verstehe dich.“ Lottas Augen werden rund und groß: „Aber du bist ein Mensch – und ich bin eine Gartenschläferin! Wie kann das sein?“ Tahu setzt sich auf den Boden und erklärt: "Ich lebe mit meinem Volk, den Yanomami, sehr naturverbunden seit Generationen mitten im tropischen Regenwald. Wir hören genau hin, beobachten die Tiere, respektieren sie. Wer so lebt, lernt die Sprachen der Tiere zu verstehen – nicht nur mit den Ohren, sondern mit dem Herzen.“ Lotta staunt. „Das ist ja unglaublich!“
Was naturverbundenes Leben bedeutet
„Und was heißt das genau, "naturverbunden leben"“, will Lotta wissen. Tahu deutet auf den Wald um sie herum. „Der Regenwald ist unser Zuhause. Er gibt uns alles, was wir zum Leben brauchen.“ Er zählt ruhig auf: "Nahrung wie Früchte, Nüsse, Wurzeln und Pflanzen. Feuerholz zum Kochen und Wärmen. Baumaterial wie Holz, Lianen und Blätter für unsere Hütten und Medikamente wie Pflanzen, die heilen und beruhigen. Manchmal jagen wir auch Tiere, um Nahrung zu haben“, erklärt er weiter. „Früher nutzten wir dafür Pfeile, die mit Pflanzenstoffen wie Curare oder mit dem Gift von Pfeilgiftfröschen bestrichen wurden.“ Lotta hört aufmerksam zu. „Das machen wir auch heute noch mit großer Vorsicht und viel Respekt. Wir jagen niemals aus Spaß. Wir danken dem getöteten Tier und dem Wald, denn alles Leben ist wertvoll. Und, wir nehmen nur so viel, wie wir wirklich brauchen“, sagt Tahu. „So bleibt der Wald gesund – und wir auch.“ Lotta nickt beeindruckt. „Dann ist der Regenwald euer Lebensraum - der Lebensraum der Ureinwohner: Ein riesiger Schatz, den ihr teilt mit allen anderen Lebewesen des Waldes, und den ihr niemals ausnutzt.“ Lotta denkt einen Moment nach und sagte dann leise: „Das ist wirklich naturverbunden. Man passt auf – auf die Natur und aufeinander.“ Tahu lächelt. „Genauso ist es, Lotta."
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