Lotta und der Zauber der Schlingpflanze
Lotta klettert munter über die Brettwurzeln eines riesigen Baumes. Heute will sie mal richtig hoch hinaus! Die Aussicht in 80 Metern Höhe über das Blätterdach des Urwaldes soll gigantisch sein. Das will sie sehen. Meter für Meter kraxelt sie entlang des Stammes des Urwald-Riesen in die Höhe.
Nach einiger Zeit und dem irgendwie nicht enden wollenden Baumstamm ist sie ganz schön außer Puste! Sie braucht eine Pause und setzt sich auf den erstbesten Ast, den sie erreicht: „Puh - ganz schön hoch!“Lotta sieht sich um. Bunte Kolibris mit schillerndem Gefieder surren durch die Bäume und die buntesten Orchideen wachsen hier, die sie zuhause nur aus den Gewächshäusern kennt.
"RUMMS!" „Was war denn das?", zittert Lotta. Da! Plötzlich bewegt sich etwas: Etwas Langes. Etwas Ringelndes... „HILFE“, quietscht Lotta. „Eine grüne Schlange mit weißvioletten Blüten!“ Da hört sie ein leises, helles Klingen: "KLING…KLING…KLING…" Das grün-weißviolett-Blühende wackelt sanft. „Ich bin doch keine Schlange“, flüstert es. „Ich bin eine Passionsblume – und ich schlinge nur ein bisschen.“
Blütenduft, Glockenklang und Schmetterlinge
Mit weiterem "KLING… KLING… KLING…" schwebt eine leuchtend violette Blume herunter. Um die Blume herum flattern bunte Schmetterlinge. Sie tanzen durch die Luft, während das zarte Glockenklingen leise weitersingt. Lotta blinzelt. „Hmm…Schlangen klingeln doch gar nicht“, murmelt sie. Vorsichtig rückt sie näher. „Oh! Das riecht ja wunderbar!“ Mit jedem Atemzug wird das Klingen heller und die Schmetterlinge fliegen langsamer und ruhiger.
Dann hört Lotta eine freundliche, ihr schon bekannte Stimme aus dem Wald: „Diese Schlingpflanze hilft schon sehr lange beim Ruhigwerden“, flüstert Tucco der Tukan, der leise herbeigeflogen war. „Die Ureinwohner des Regenwaldes kennen diese Passionsblume seit vielen, vielen Jahren. Sie wissen, dass ihr Duft das Herz beruhigt und die Gedanken leise macht. Darum nutzen sie sie in ihrer Naturmedizin, wenn jemand Angst hat oder nicht schlafen kann.“ Lotta staunt: „Du kannst wirklich helfen und heilen“, fragt sie ungläubig die Passionsblüte. Die Blume nickte zustimmend leicht im Wind. Tucco ergänzt „Tropische, wild wachsende Heilkräuter und andere Organismen sind Grundlagen für Antibiotika und liefern Medikamente gegen Zuckerkrankheit, Malaria, Bluthochdruck und vieles mehr.“ Mehr als die Hälfte aller verschriebenen Medikamente weltweit enthalten Wirkstoffe aus tropischen Pflanzen. „Und, der Regenwald steckt noch voller unbekannter Medizin – nur etwa 1 Prozent der Pflanzenarten sind bis heute von den Menschen erforscht. Wer weiß, welche Weiteren in der Zukunft noch entdeckt werden." „Dann bist du ja ein richtiger Waldschatz aus Wissen und Natur – nicht aus Gold oder Geld“, staunt Lotta. „Ich glaube, ich habe es verstanden: Der Regenwald ist wie eine riesige Apotheke voller Naturmedizin. Ein Schatz des Regenwaldes sind also die bekannten aber auch die vielen noch unerforschten Heilpflanzen!"
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